Nach A auch B gesagt

DAS AUSBAUPROJEKT FÜR DIE FROHBERGSTRASSE ⋅ Teile des Kantonsspitals sollen künftig über die Frohbergstrasse erschlossen werden. Gestern stimmte das St. Galler Stadtparlament ihrem Ausbau zu.
25. Oktober 2017, 05:19
Reto Voneschen

Reto Voneschen

reto.voneschen

@tagblatt.ch

Überaus klar – mit 53 Ja, vier Nein und zwei Enthaltungen – hat das Stadtparlament gestern Dienstag eine halbe Million für den Ausbau der Frohbergstrasse bewilligt. Dieser steht in Zusammenhang mit Sanierung und Ausbau des Kantonsspitals. Dereinst soll der Neubau mit der Notfallaufnahme und die neue Spitalgarage über diese Querverbindung zwischen Rorschacher- und Steinachstrasse erschlossen werden. Dafür muss die Quartierstrasse teils auf drei Spuren verbreitert werden. Zudem entstehen an der Rorschacher- und Steinachstrasse grosszügige Einlenker.

Für die Gesamtentwicklung des Spitals unabdingbar

Grundsätzlich war das Strassenprojekt im Parlament kaum bestritten. Der Ausbau der Strasse sei eine direkte Folge des Gestaltungsplans für den Spitalausbau, den das Parlament vor einiger Zeit gutgeheissen habe, sagte etwa Beatrice Truniger (SP) für die Fraktion von SP, Juso und PFG. Wer Ja zu der Planung – also A – gesagt habe, müsse jetzt B sagen: Ja zum Strassenausbau. Dies auch, wenn damit Nachteile für den Bus auf der Rorschacher Strasse stadteinwärts sowie Verschlechterungen für Fussgänger und Velofahrer auf der Frohbergstrasse verbunden seien. Die ­ausgebaute Frohbergstrasse sei wichtig für die Gesamtentwicklung des Kantonsspitals, hielt auch Thomas Meyer (CVP) für die CVP/EVP-Fraktion fest.

Kritik am Strassenprojekt und auch die Ankündigung einzelner Nein-Stimmen gab’s bei den Grünliberalen. Aufgrund verschiedener offener Fragen stehe seine Fraktion nicht geschlossen hinter dem Vorhaben, sagte GLP-Sprecher Daniel Rüttimann. Der Strassenausbau sei zu einseitig auf die Interessen des Kantonsspitals ausgerichtet, die Anwohnerschaft werde zu wenig berücksichtigt. Zudem gebe es offene Fragen unter anderem zu einem Tieftempokonzept im Bereich, der neu gestaltet werde, und Gerüchte über Baumfällungen auch in der Allee auf der Südseite der Rorschacher Strasse.

Ein halbes Dutzend Bäume muss weichen

Die Frohbergstrasse sei halt eng. Eine optimale Lösung für alle Verkehrsteilnehmer könne es hier mangels Platz nicht geben, da man für die Strassenverbreiterung keine Häuser abbrechen wolle, sagte Baudirektorin Maria Pappa. Im Bereich des Einlenkers Frohberg- und Rorschacher Strasse sowie links und rechts davon entlang der Letzteren müsse tatsächlich ein halbes Dutzend Bäume gefällt werden. Weh tue vor allem der Verlust einer alten Buche und einer grossen Scheinzypresse. Man habe geprüft, ob man sie erhalten könne, was gemäss Fachleuten nicht möglich sei. In der Allee auf der Südseite der Rorschacher Strasse treffe es aber nur einen Baum. Eine Planung, die hier gröbere Eingriffe vorgesehen hatte, habe der Kanton auf Intervention der Stadt korrigiert, sagte Maria Pappa.


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