Leise Kritik am Biergarten

STADT ST.GALLEN ⋅ Die Brauerei Schützengarten plant einen Biergarten im Bahnhofpärkli. Diese Meldung ruft prompt die ersten Kritiker auf den Plan. Sie fühlen sich von der Stadt betrogen. Diese wehrt sich nun.
30. November 2017, 06:22
Christoph Renn

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Die Meldung der Brauerei Schützengarten, dass sie im Bahnhofpärkli einen Biergarten eröffnen will, löst bereits Kritik aus. Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe äusserten in den sozialen Medien erste Vertreter der städtischen Politik ihren Unmut. «So privatisiert die Stadt also den öffentlichen Raum», schrieb die SP Stadt St. Gallen. «Jetzt muss unbedingt woanders geheiratet werden», hiess es in einem anderen Kommentar. Peter Olibet, Präsident der SP Stadt St. Gallen, forderte sogar, dass über dieses Thema gesprochen werden muss.

Die Diskussion wird bisher jedoch nur in einem kleinen Kreis geführt. Angeprangert wird unter anderem, dass das Pärkli nicht so sein wird, wie es bei der Abstimmung präsentiert wurde. «Das ist für die Stimmbürger ein Tritt in den Arsch», heisst es weiter. Nun meldet sich die Stadt und differenziert die Pläne von Schützengarten: «Das Pärkli bleibt im Charakter so, wie es in der Abstimmungsbroschüre vorgestellt wurde», sagt Beat Rietmann, Stadtingenieur. So würden gleich viele Bäume gepflanzt, es werde mehrere öffentliche Sitzgelegenheiten geben und auch der Brunnen und die bronzene «Dame» werden ihren Platz im Bahnhofpärkli wiederfinden. «Mit Staudenbeeten und niedriger Bepflanzung entsteht, wie vor der Abstimmung versprochen, ein kleiner Platz mit offenem Mittelpunkt.»

Nur ein kleiner Teil des neuen Pärklis

Die ersten Pläne des Pärklis wurden laut Rietmann nicht verändert, sondern ergänzt. «Der Biergarten wird nur einen kleinen Teil des Platzes in Anspruch nehmen.» Die Nutzfläche betrage rund 250 Quadratmeter, 60 Quadratmeter davon soll für ein Aussenrestaurant zur Verfügung gestellt werden. «Der grosse Teil bleibt aber öffentlicher Raum.»

Vor rund eineinhalb Jahren sei Schützengarten mit der Idee eines Aussenplatzes fürs Restaurant Dufour im Bahnhofpärkli auf die Stadt zugekommen. «Damals sei noch nicht einmal klar gewesen, was aus dem ehemaligen Dufour wird.» Die Stadt habe diese Anfrage seriös bearbeitet. Zusammen mit dem Landschaftsarchitekten, der das Pärkli geplant hat, erarbeitete Schützengarten dann eine Lösung, die beiden Partnern passe. «Uns war immer wichtig, dass der Charakter des Pärkli nicht verändert wird», sagt Rietmann. Deshalb sei von Anfang an klar gewesen, dass nur ein kleiner Teil zur Verfügung stehe. Zudem sei bei der Planung stets darauf geachtet worden, dass es möglich sein muss, unabhängig vom Aussenrestaurant eine Hochzeitfeier oder einen Apéro zu organisieren.

Biergarten wird im Frühling eröffnet

Der Biergarten soll 50 Personen Platz bieten, wie Josef Zweifel, Finanzdirektor Schützengarten, sagt. Die Anzahl der Plätze sind jedoch nicht allein entscheidend. «Uns ist wichtig, dass die Fläche eingehalten wird.» Bis das Bahnhofpärkli bepflanzt und der Biergarten bestuhlt sind, geht es noch bis im Sommer. Und für das Aussenrestaurant muss noch ein ordentliches Baugesuch eingereicht werden.


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