Kommentar zum Ja zur Fernwärme: Gut investiert in die Zukunft

KOMMENTAR ⋅ Das deutliche Ja zur Fernwärme in St.Gallen zeigt, dass die St.Galler den Stadtwerken vertrauen und dass ihnen die Reduktion des CO2-Austosses am Herzen liegt. Das schreibt Daniel Wirth in seinem Kommentar.
26. November 2017, 14:02
Mit sehr deutlicher Mehrheit haben die St.Gallerinnen und St.Galler Ja gesagt zum Ausbau des Fernwärmenetzes.Die klare Gutheissung des 65,5-Millionen-Kredits ist ein dreifaches Bekenntnis. Erstens: Die Stimmberechtigten vertrauen dem Stadtrat, dem Stadtparlament und den Stadtwerken. Zweitens: Sie sind für das Energiekonzept 2050, das eine Reduktion des CO2-Ausstosses, die Steigerung der Energieeffizienz und die Ablösung fossiler Energien durch erneuerbare vorsieht. Und drittens: Die Energiewende und der Klimaschutz sind ihnen viel wert.

65,5 Millionen Franken sind kein Pappenstiel. Aber das Geld ist gut investiert –  auch in die Zukunft und für die nächsten Generationen. Mit der Abwärme, die im Kehrichtheizkraftwerk im Sittertobel entsteht, werden heute in der Stadt St. Gallen mehr als 1000 Mehrfamilienhäuser, Bürogebäude und Industriebauten beheizt, und für die darin lebenden Menschen wird damit das Warmwasser aufbereitet. Dank der Fernwärme müssen heute 7,5 Millionen Liter weniger Öl verheizt werden als vor der Inbetriebnahme dieses Netzes. Das entspricht einer Kolonne von gegen 500 Tanklastwagen. Dank des Ja zur zweiten Ausbauetappe sollen es im Jahr 2022 doppelt so viele sein.

Mit eben dieser zweiten Ausbauetappe wird jetzt der Osten der Stadt erschlossen. Einen Makel hat das Fernwärmenetz: Liegenschaften auf den Hügeln der Stadt werden aus wirtschaftlichen Gründen nicht ans Netz gehängt. Den Kredit deswegen abzulehnen, wäre aber falsch gewesen. Denn beim Klimaschutz geht’s ums Gemeinwohl. Und: Eigentümer von Häusern ausserhalb des Fernwärmenetzes werden bei der Umsetzung ökologischer Massnahmen finanziell unterstützt mit Mitteln aus dem Energiefonds.

daniel.wirth@tagblatt.ch 

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