Wie das "Dufour" zum Treffpunkt für Bierliebhaber werden soll

ST.GALLEN ⋅ Das Restaurant Dufour schliesst endgültig seine Türen. Das Gebäude an der Bahnhofstrasse wird jedoch nicht lange leerstehen. Im Oktober eröffnet die Brauerei Schützengarten als Besitzerin das "Brauwerk 1779".
Aktualisiert: 
21.11.2017, 18:00
21. November 2017, 12:15
Christoph Renn
Im "Dufour" herrscht eine geisterhafte Stimmung. Die Türen sind verschlossen. Die Bar ist ausgeräumt. Nur noch vereinzelte  Lampen hängen an der Decke. Seit der Pensionierung des Pächterpaars Gigi und Urs Helfenberger geht im "Dufour" nichts mehr. Ein neuer Wirt blieb nur kurz. Doch bald wird im Restaurant Dufour wieder Leben einkehren. Die Brauerei Schützengarten investiert rund fünf Millionen Franken in den Umbau des geschichtsträchtigen Gebäudes an bester Lage am Bahnhof. Es wird umfassend erneuert, der Name Dufour hingegen verschwindet in den Geschichtsbüchern. "Im Oktober eröffnen wir das ‹Brauwerk 1779›", sagt Reto Preisig, Vorsitzender der Geschäftsleitung Schützengarten. Das "Brauwerk" soll als Ideenschmiede und Versuchsbrauerei dienen und zum Treffpunkt für Bierliebhaberinnen und Bierliebhaber werden.

Teile der Fassade sind denkmalgeschützt

Ein Ort, an dem das Bier im Zentrum steht. So fasst Preisig das Konzept der Gasthausbrauerei an der Bahnhofstrasse zusammen. Doch mit wenigen Pinselstrichen ist die Arbeit nicht getan. So wird im hinteren Teil eine offene und für die Gäste einsehbare Kleinbrauerei mit einem Kupferkessel für 500 Liter Bier pro Sud eingebaut. "Wir wollen hier neue Bierkreationen testen und die Spezialitäten im Brauwerk ausschenken", sagt Preisig. Zudem soll mit Seminaren, Kursen und Degustationen die St.Galler Bierkultur erlebbar gemacht werden. Auch die künftige Küche des "Brauwerks" werde zum Thema Bier passen. Wer die Gerichte zubereiten und wer wirten wird, steht aber noch offen. "Wir sind momentan auf der Suche nach einem geeigneten Pächter." Die Zeit dränge jedoch noch nicht. Die Umbauarbeiten sind auf Anfang März kommenden Jahres geplant. Eine Zwischenlösung wird es bis dahin keine geben. Eine Baubewilligung hätten sie jedoch noch nicht. "Wir haben aber schon etliche Vorabklärungen getroffen", sagt Josef Zweifel, Finanzdirektor bei Schützengarten. So beispielsweise mit der Denkmalpflege. "Im Inneren sind wir relativ frei. Bei der Fassade müssen wir hingegen einige Vorschriften beachten."
 

Weniger Platz für Sitzungen

Um das "Dufour" in eine Gastbrauerei zu verwandeln, werden Decken eingerissen und die Raumstruktur erheblich verändert. So ist beispielsweise im Restaurant eine grosszügige Galerie geplant. Eine markante Veränderung ist zudem, dass die Sitzungszimmer den Braukesseln weichen müssen. Markant deshalb, weil im "Dufour" die Fäden der Aktivitäten von Stämmen, Vereinigungen, Parteien, Komitees und Institutionen seit jeher zusammenliefen. Hier hat schon der Fotoclub St.Gallen seinen Chlaushöck gehabt, der Quartierverein Rosenberg den Jassabend. "Die Nachfrage nach Sitzungszimmern ist immer kleiner geworden", begründet Zweifel den Entscheid. Es sei aber nicht so, dass sie für Seminare kein Angebot mehr hätten. "Im Gewölbekeller und im ersten Obergeschoss gibt es immer noch zwei Räume, die 20 respektive 14 Personen Platz bieten."
 

Bahnhofpärkli wird Biergarten

Noch stehen auf dem Bahnhofpärkli Maschinen, die für die Arbeiten am Bahnhofsplatz gebraucht werden. Von einem grünen Park ist momentan nichts zu sehen. Dieser sollte im Frühling 2018 entstehen. So zumindest sah es die Stadt vor.  Doch wird er nicht, wie in einer Illustration des Tiefbauamtes dargestellt, zu einem Ort mit Bäumen und Bänken. Der Bahnhofpark wird zu einem Biergarten, wie Schützengarten am Dienstag mitteilte. Betrieben wird er vom zukünftigen Pächter des "Brauwerk 1779", das im März im ehemaligen "Dufour" eröffnet wird.

Im Biergarten des "Brauwerks 1779" soll es dereinst rund 50 Plätze geben. "Wie er genau gestaltet wird, ist derzeit noch nicht klar", sagt Josef Zweifel, Finanzdirektor bei Schützengarten. Er soll aber Platz für Hochzeiten und Apéros bieten. "Wir sind froh, dass wir uns mit der Stadt, der das Pärkli gehört, einigen konnten", sagt Zweifel. Denn für den Betrieb des "Brauwerkes" sei entscheidend gewesen, dass es auch einen Biergarten erhält. Denn heute sei es kaum möglich, ein Restaurant ohne Aussenplätze zu betreiben. (ren)


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