Grosser Umbau im Friedhof Feldli

ST.GALLEN ⋅ Der Stadtrat beantragt einen Baukredit von vier Millionen Franken für neue Aufbahrungs- und Abschiedsräume im Friedhof Feldli. Das Projekt soll die Bedürfnisse der verschiedenen Religionen einbeziehen.
05. August 2017, 05:18
Christoph Renn

Christoph Renn

christoph.renn@tagblatt.ch

Auf dem Friedhof Feldli gibt es neue Möglichkeiten: Seit dem Auszug des Krematoriums aus dem Kapellengebäude per 31. Dezember vergangenen Jahres wurden die von der Stiftung Krematorium St. Gallen benutzten Räume frei. Diese will der Stadtrat nun abbrechen und neu gestalten. Deshalb beantragt er beim Stadtparlament einen Verpflichtungskredit von rund vier Millionen Franken.

Mit verschiedenen Bauprojekten soll das Friedhofsgebäude den heutigen Bedürfnissen und Anforderungen angepasst werden, schreibt der Stadtrat in der Vorlage. Denn die Friedhofbauten aus dem Jahr 1983 – ausser den beiden Abdankungskapellen – genügen diesen nicht mehr. So sieht das Projekt neue Aufbahrungsräume, einen Abschiedsraum und einen neu gestalteten Aussenraum vor. Mit diesen baulichen Veränderungen soll der Betrieb erleichtert und den Bedürfnissen der verschiedenen Religionsgemeinschaften Rechnung getragen werden.

Aufwertung des Aussenraumes

Die grösste Veränderung sind die neuen Aufbahrungsräume. Momentan befinden sich diese im Untergeschoss des Friedhofsgebäudes. Um die Arbeitsabläufe zu vereinfachen, werden neu alle Räume ebenerdig untergebracht. Die alten Räume sind nüchtern gestaltet und lediglich durch kaltes Kunstlicht erhellt, schreibt der Stadtrat. In Zukunft sollen sie eine würdevolle Atmosphäre aufweisen. So werden die vier neuen Räume nahe der Kapelle natürlich beleuchtet. Das Projekt sieht zudem vor, dass in der Mitte der Räume der Sarg auf einem Sockel steht. In unmittelbarer Nähe würden sich ein Raum für rituelle Waschungen, ein Putzraum und die bestehende WC-Anlage befinden. Angehörige sollen die Aufbahrungsräume in Zukunft jederzeit aufsuchen können.

Neben dem Bau der neuen Aufbahrungsräume ist im Friedhof Feldli auch ein neuer Abschiedsraum vorgesehen. Dazu wird das ehemalige Ofenhaus, das von 1940 bis 1983 in Betrieb war, umgestaltet. Die baulichen Veränderungen seien funktional und sollen dem Raum eine festliche Note verleihen. Der Aussenraum könne während der Abschiedszeremonien genutzt werden. Auch der Rest des Aussenraums soll im Zuge der Bauarbeiten aufgewertet werden. Die Vordächer des Kapellengebäudes und des Abschiedsraumes würden den Platz besser in die Architektur einbinden und ihn vor Wetter und Einsicht schützen. Die Aufwertung des Aussenplatzes sei wichtig, um den Bedürfnissen anderer Religionen gerecht zu werden. Denn sich im Freien aufzuhalten, sei Teil der Abschiedszeremonien von Muslimen, Buddhisten und Hindus, schreibt der Stadtrat.

Provisorien während der Umbauarbeiten

Das Projekt soll den Friedhof Feldli nicht nur aufwerten, sondern auch von Altlasten befreien. Denn die Räume, die abgebrochen werden, seien zum Teil hohen Schadstoffbelastungen ausgesetzt. Bei einem Gebäudecheck wurden asbesthaltige Materialien im Unterdach, in Rohrleitungen, Türverkleidungen, Pflanztrögen und den Bremsscheiben der Liftanlage gefunden. Ausserdem führten Kremierungen zu weiteren Schadstoffen. So finden sich Rückstände von Schwermetallen wie Zink und Quecksilber im Ofenhaus.

Während der Abbruch- und Bauarbeiten können wegen Lärm- und Staubimmissionen keine Abdankungen und Aufbahrungen stattfinden. Die Beratung der Hinterbliebenen führt der Friedhofgärtner in einem Büroprovisorium. Kleinere Abdankungsfeiern können im Kirchenraum der orthodoxen Gemeinschaft durchgeführt werden. Grössere Abdankungen sind in der katholischen oder evangelischen Kirche Bruggen möglich.


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