Eine Heizung für die Feuerwehr

SANIERUNG ⋅ Kühle Garderoben, alte Haustechnik, zu wenig Platz: Die zwei Depots der Milizfeuerwehr sind in die Jahre gekommen. Der Stadtrat möchte sie für 4,8 Millionen Franken sanieren. Während des Umbaus zügeln die Feuerwehrleute in ein Provisorium.
22. Juli 2017, 08:05
Roger Berhalter

Roger Berhalter

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15 bis 20 Mal rückt die St. Galler Milizfeuerwehr jedes Jahr aus. Sie unterstützt die Berufsfeuerwehr bei Einsätzen aller Art und kommt dann zum Zug, wenn mehr als nur eine Pfanne auf dem Herd raucht. Etwa dann, wenn ein Dachstuhl in Flammen steht oder ein Bach über die Ufer tritt.

Die Milizfeuerwehr in der Stadt ist in drei Kompanien organisiert: die Milizfeuerwehr Ost mit 60 Feuerwehrleuten, die Milizfeuerwehr West mit 56 Mitgliedern sowie die Stabskompanie mit 45 Leuten. Sie alle nutzen die beiden Depots an der Haggen- und der Espenmoosstrasse. Das Problem: Diese Gebäude wurden seit den 1980er-Jahren nur notdürftig saniert. «Die beiden Depots sind weit entfernt von zeitgemäss», sagt Jascha Müller, Leiter der Milizfeuerwehr.

Separate WCs für die Frauen

Das Problem ist auch dem Stadtrat schon länger bekannt. Jetzt präsentiert er zwei Sanierungsvorlagen: Das Depot West an der Haggenstrasse 25 soll für knapp 1,9 Millionen Franken einen Anbau erhalten. Das Depot Ost an der Espenmoosstrasse 18 soll für knapp 2,9 Millionen Franken totalsaniert werden.

Hier wie dort mangelt es an vielem. Im Depot der Milizfeuerwehr West – Baujahr 1981 – fehlen vor allem Platz und eine richtige Heizung. Die vom Einsatz zurückkehrenden Feuerwehrleute müssen «in improvisierten Verhältnissen bei Kälte und mit ungenügender Beleuchtung das Einsatzmaterial und die persönliche Ausrüstung retablieren», heisst es in der Vorlage an das Stadtparlament.

Deshalb sind an der Haggen-strasse insbesondere moderne Garderoben mit Heizung geplant. Dazu wird das Depot auf der Ostseite um einen Anbau aus Holz erweitert. Dort finden nicht nur die neuen Garderoben Platz, sondern auch ein Theorie- und Aufenthaltsraum, ein Büro- und Rapportzimmer sowie nach Geschlechtern getrennte WCs. Letzteres gehört ebenfalls zur Feuerwehr von heute: Zehn Prozent aller Milizfeuerwehrleute in der Stadt sind Frauen.

Neue Garderoben, neue Technik, neues Dach

Im Depot Ost an der Espenmoosstrasse ist kein Anbau, sondern eine Totalsanierung geplant. Seit die Stadt das Gebäude 1985 gekauft hat, wurde das Depot kaum mehr modernisiert. Auch hier sollen die Garderoben zeitgemässer werden, mit belüfteten Schränken und einem Trocknungsschrank. Auch hier sind getrennte WCs geplant, und auch hier sollen die Abläufe für die Feuerwehrleute einfacher werden, unter anderem dank eines Theorie- und Rapportraums in einem neuen Zwischengeschoss. Zusätzlich erneuert werden die Schächte und Kanalisationsleitungen sowie die Haus- und Betriebstechnik. Schliesslich sollen auch das Dach und die Fassade des Depots eine bessere Isolation erhalten.

Wenn das Stadtparlament die beiden Vorlagen durchwinkt und niemand das fakultative Referendum ergreift, dürfte die Sanierung im Januar 2018 starten und bis Ende 2018 dauern.


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