Grünes Licht für die Sanierung der Mühleggbahn

KAPITAL ⋅ Aktionärinnen und Aktionäre der Mühleggbahn unterstützen die grosse Sanierung von Tunnel und Bahn. Gegen das Projekt sind keine Einsprachen eingegangen.
02. November 2017, 05:19
Claudia Schmid

Claudia Schmid

stadtredaktion@tagblatt.ch

101 Aktionärinnen und Aktionäre nahmen am Montag an der ausserordentlichen Generalversammlung der Mühleggbahn teil. Sie vertraten etwas mehr als ­900 Aktien, was rund einem Viertel des gesamten Aktienkapitals entspricht. Sämtlichen Anträgen des Verwaltungsrates wurde zugestimmt. Gutgeheissen wurde die Erhöhung des Aktienkapitals, generelle Anpassungen der veralteten Statuten und der Grundsatzentscheid zum Sanierungs- und Erneuerungsprojekt, das voraussichtlich Kosten von rund 5,5 Millionen Franken auslösen wird.

Auf weitere Unterstützung angewiesen

Verwaltungsratspräsident Philip Schneider erinnerte im «Adler»-Saal daran, dass die Mühleggbahn AG St. Gallen zur Realisierung des Vorhabens auf breite Unterstützung angewiesen ist. Rund 50 Prozent des Finanzbedarfs können aus Eigenmitteln aufgebracht werden. Bei der Stadt St. Gallen hat der Verwaltungsrat einen Beitrag von ­ 2,8 Millionen Franken beantragt. Weitere 700 000 Franken müssen durch die Kapitalerhöhung und über den neu gegründeten Förderve­rein Drahtseilbahn Mühlegg mit Spendenaktionen aufgetrieben werden.

«Damit wir die Zukunft der Pendler- und Ausflugsbahn nach St. Georgen sichern können, sind wir auf die Grosszügigkeit vieler angewiesen», hielt Philip Schneider an der ausserordentlichen GV fest. Verschiedenste Aktionen seien geplant, um den benötigten Betrag zu erreichen. Eine erste Standaktion organisiert der Förderverein bereits am Samstag, ­ 11. November, in der Marktgasse und bei der Bergstation der Mühl­eggbahn. Interessierte erhalten dabei Informationen zum Projekt und zu den verschiedenen Möglichkeiten, die Zukunft des Kulturgutes Mühleggbahn finanziell zu unterstützen.

Gesucht sind auch weitere Mitglieder für den Förderverein Drahtseilbahn Mühlegg. Ebenfalls nötig sind Geld- und Sachspenden, Gönnerschaften, Sponsoringbeiträge sowie neue Aktionärinnen und Aktionäre, die 1500 Aktien für je 200 Franken zeichnen. Die Aufstockung des Aktienkapitals soll Ende Oktober 2019 abgeschlossen sein.
 

Einfacherer Pendlerfluss ohne Schikanen

Über die wichtigsten Vorhaben der Tunnel- und Bahnsanierung informierte Ueli Sutter, Projektleiter der Firma Garaventa. Auslöser des Projektes sei der Tunnel, der zur Gewährleistung der Sicherheit dringend saniert werden müsse. Gleichzeitig sei der Wunsch aufgekommen, dass in einer neuen Bahn mehr Personen bequemer befördert werden könnten. «Der Umbau der Bahn bringt den Fahrgästen eindeutig einen Mehrwert, weil es keine Schikanen, Rampen und Ecken beim Einsteigen mehr geben wird», betonte Ueli Sutter.

Den einfacheren und schnelleren Pendlerfluss will man erreichen, indem sich der Ein- und Ausstieg nicht mehr auf der Seite der Kabine, sondern jeweils vorne in Fahrtrichtung befindet. Dies bringe Vorteile für Reisende mit Rollstühlen, Rollatoren, Kinderwagen und Velos, erklärte der Projektleiter. «Mit diesen Neuerungen erfüllen wir auch die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes, das zur behindertengerechten Ausgestaltung des öffentlichen Verkehrs bis zum Jahr 2023 verpflichtet.»
 

Zustimmung als Impuls für weitere Arbeiten

Die Aktionärinnen und Aktionäre interessierten sich am Montagabend für verschiedene Detailfragen, die beispielsweise den Warteraum, die Zahl der Sitzplätze und Fahrplan-Informationen betrafen. Ueli Sutter versicherte, dass der Warteraum mindestens so gross bleibt wie bisher oder sogar grösser wird. Ob und wie viele Sitzplätze in der Bahnkabine sinnvoll seien, werde noch diskutiert. Infos über die Fahrbewegungen würden vermutlich über Anzeigetafeln erfolgen.

Nach der Zustimmung der Aktionärinnen und Aktionäre zu den Anträgen gehe man nun voller Elan an die weitere Arbeit, versprach Verwaltungsratspräsident Philip Schneider. Ein erster Meilenstein habe das Projekt bereits erreicht: «Zum Baugesuch, das wir beim Bundesamt für Verkehr eingereicht haben, sind keine Einsprachen eingegangen!»


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