Fast 17000 Tonnen Stadtgüsel

ABFALL ⋅ In der Stadt St. Gallen sind im vergangenen Jahr 16788 Tonnen Hauskehricht und Sperrgut eingesammelt worden. Diese Menge dürfte in den nächsten Jahren zurückgehen.
27. Mai 2017, 08:06
Daniel Wirth

Daniel Wirth

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Die 87 Mitarbeitenden von Entsorgung St.Gallen verrichten eine wichtige Arbeit. Sie führen den Abfall, den die knapp 80'000 Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt produzieren, der Entsorgung zu. Das waren im vergangenen Jahr 16'788 Tonnen Hauskehricht und Sperrgut. Diese Menge liegt auf dem Niveau des Vorjahres und entspricht 212 Kilogramm Abfall pro Einwohner, wie aus dem soeben veröffentlichten Geschäftsbericht 2016 von Entsorgung St.Gallen hervorgeht. Anfang vergangenen Jahres trat schweizweit die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) in Kraft; sie ersetzte die Technische Verordnung über Abfälle (TVA) aus den 1990er-Jahren. Die neue Gesetzgebung gebe der Kreislaufwirtschaft noch mehr Gewicht, schreibt Marco Sonderegger, Unternehmensleiter von Entsorgung St.Gallen, im Editorial zum Geschäftsbericht.

Vor diesem Hintergrund wurde 2016 auch die Einführung der Grüngutsammlung per Anfang dieses Jahres vorbereitet, die von der Politik gefordert worden war. Es wurden noch nicht so viele Container bestellt, wie sich die Verantwortlichen von Entsorgung St.Gallen und der Vorsteher der Technischen Betriebe, Stadtrat Peter Jans, das gewünscht hatten. Marco Sonderegger ist dennoch zufrieden: «Bei der Grüngutabfuhr geht es nicht gleich von null auf hundert», sagt er. Die Einführung brauche Zeit. Aus dem eingesammelten Grüngut (biogene Abfälle wie Speisereste, Rüst- und Gartenabfälle) sollen Biogas und Naturdünger entstehen.

Recyclingquote soll auf 40 Prozent steigen

Wie Sonderegger im Editorial zum Geschäftsbericht schreibt, soll die Quote der von Entsorgung St.Gallen eingesammelten Abfälle bis 2025 auf 40 Prozent steigen; das entspräche einem Anstieg von rund 10 Prozent gegenüber heute. Entsprechend dürfte der Pro-Kopf-Abfall von 212 Kilogramm pro Jahr in der Stadt St.Gallen langfristig zurückgehen, weil weniger Rüst­abfälle und Speisereste im Güselsack, dafür um so mehr im Grüngut-Container landen. Der nächste Geschäftsbericht von Entsorgung St.Gallen könnte diese These bestätigen.

Apropos Wiederverwertung: In der Kantonshauptstadt wurden im vergangenen Jahr 4215 Tonnen Altpapier (55 Kilogramm pro Einwohner), 2501 Tonnen Altglas (32), 171 Tonnen Altmetall (2,2) und 167 Tonnen Weichblech und Aluminium (2,1) der Wiederverwertung zugeführt. Diese Werte bewegen sich gemäss Statistik alle mehr oder weniger exakt auf dem Niveau des vorigen Jahres.

Keine Gebührensäcke für gemischte Kunststoffe

In verschiedenen Regionen der Schweiz wurde 2016 ein Gebührensack für das Recycling gemischter Kunststoffe eingeführt. In der Stadt St.Gallen nicht. Das hat seinen Grund, wie Sonder­egger schreibt: Die Hälfte des eingesammelten Kunststoffes könne nicht wiederverwertet, sondern müsse energetisch verwertet werden. Dies geschehe in St.Gallen im Kehrlichtheizkraftwerk (KHK) im Sittertobel, wo Fernwärme produziert werde. Der Kunststoff, der dort verbrannt werde, sei ein wichtiger Energieträger und müsse bei dessen Wegfall durch alternative Brennstoffe ersetzt werden, wobei auch fossile Energieträger eine stärkere Rolle spielen könnten.

Entsorgung St.Gallen hat im vergangenen Jahr gut 18 Millionen Franken investiert. Der grösste Teil davon, nämlich knapp 12 Millionen Franken, wurde für Erneuerungen und Anpassungen im Kehrichtheizkraftwerk eingesetzt. 3,3 Millionen Franken flossen in Gewässerschutzbauten. Je rund eine Million Franken wurden in die Abfallentsorgung und in den Ausbau der Deponie Tüfentobel investiert. Auch in den Ausbau der Abwasserreinigungslangen muss die Stadt St.Gallen kontinuierlich investieren. Im vergangenen Jahr waren das 740'000 Franken, fast eine Million weniger als im Vorjahr.


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