Migros-Sprecher zu Kritik am Self-Scanning: "Es geht nicht um Stellenabbau"

ST.GALLEN ⋅ Die Wogen gehen hoch im Internet, nachdem die Migros Neumarkt mit zusätzlichen Self-Scanning-Stationen ausgerüstet worden ist. Andreas Bühler, Leiter Kommunikation bei der Migros Ostschweiz, nimmt Stellung zu Kritik.
19. Oktober 2017, 08:41
Maria Kobler-Wyer
Herr Bühler, wenn es mehr Self-Scanning gibt, hat es weniger Stellen für Kassierinnen. Was passiert mit den Angestellten?
Andreas Bühler: Wir haben unser "Subito"-System eingeführt, um unseren Kundinnen und Kunden einen neuen Service zu bieten. Es geht in keiner Weise um einen Stellenabbau. Die Mitarbeitenden sind das wichtigste Kapital einer Filiale, und dies wird so bleiben. Auch der neue Prozess ist nicht denkbar ohne Mitarbeitende. In Filialen mit "Subito" gibt es speziell geschulte Personen, welche die Kunden bei jedem Schritt beraten und unterstützen können.

Trotzdem: Wenn mehr Menschen an Self-Scanning-Kassen bezahlen, braucht es an den regulären Kassen weniger Personal. Bekommen die Kassierinnen andere Jobs angeboten?
Bühler: Das Aufgabengebiet unserer Mitarbeitenden an der Kasse ist mit der Einführung von "Subito" vielfältiger geworden. So kommen Kassierinnen und Kassierer auch an den "Subito"-Stationen zum Einsatz. Ausserdem führen sie auch Tätigkeiten am Kundendienst oder im Filialbüro aus. Schliesslich gilt es festzuhalten, dass die Migros Ostschweiz in den letzten Jahren mit neuen Filialeröffnungen viele zusätzliche Arbeitsplätze in Filialen geschaffen hat.

Braucht es bei den Self-Scanning-Station gleich viel Personal wie bei bedienten Kassen?
Bühler: Self-Scanning-Stationen werden während der gesamten Öffnungszeit von einem, bei grossem Andrang auch von zwei Mitarbeitenden betreut. Insgesamt ist die Anzahl der Mitarbeitenden, die im Bereich Kasse/"Subito"/Kundendienst arbeiten, seit der Einführung von "Subito" pro Filiale konstant geblieben.

Gibt es in den neu eröffneten oder umgebauten Filialen mehr bediente Kassen oder mehr Self-Scanning?
Bühler: Unsere Strategie ist es, unseren Kunden pro Filialstandort und den jeweiligen Gegebenheiten entsprechend einen idealen Mix von bedienten Kassen und Self-Scanning- beziehungsweise Self-Checkout-Stationen anzubieten. Zwei Beispiele: Am 26. Oktober eröffnen wir die Migros Spisermarkt in der St.Galler Altstadt. Dort wird es neben zwei bedienten Kassen auch drei Self-Checkout-Stationen geben, da in dieser Filiale von Schülern und Arbeitstätigen viele kleine Einkäufe getätigt werden. Am 19. Oktober eröffnen wir die rundum erneuerte Migros Goldach. Dort wird es neben vier bedienten Kassen auch je zwei Self-Scanning- und Self-Checkout-Stationen geben.

Nutzen mehr Jüngere oder mehr Ältere Self-Scanning?
Bühler: Eine typische "Subito"-Kundin beziehungsweise einen typischen "Subito"-Kunden gibt es nicht. "Subito" wird von allen Altersgruppen genutzt.

Einige Leser schreiben in ihren Kommentaren, dass beim Self-Scanning sicher mehr gestohlen wird und daher die Produkte teurer werden. Was können Sie dazu sagen?
Bühler: Wir stellen in dieser Beziehung keinen signifikanten Unterschied fest zwischen Filialen, die über das "Subito"-System verfügen und solchen, die keins haben. Ausserdem haben wir in den letzten Jahren die Preise über alle unsere Sortimente regelmässig vergünstigt.

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