Einige Hürden für neues Buskonzept

UMSTELLUNG ⋅ Die Einführung des neuen Buskonzepts erfordert diverse Massnahmen. Die VBSG müssen neue Busse beschaffen und zusätzliche Chauffeure einstellen. Zudem braucht es verschiedene bauliche Anpassungen – unter anderem Parkplatzaufhebungen.
14. April 2018, 05:20
David Gadze

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Beim städtischen Bussystem gilt ab Ende Jahr ein neues Regime. Die Verkehrsbetriebe St.Gallen krempeln auf den Fahrplanwechsel im Dezember ihr Liniennetz radikal um. Es gibt neue Linien, neue Verknüpfungen und neue Nummerierungen (Ausgabe von gestern). Und all das bringt weitere Anpassungen mit sich. So müssen die VBSG gemäss Unternehmensleiter Ralf Eigenmann neue Fahrzeuge beschaffen und 19 neue Chauffeure einstellen.

Busse ohne Oberleitungen

Auf den neuen Linien zwischen Wittenbach und Abtwil sowie zwischen St.Georgen und Heiligkreuz sollen künftig Trolleybusse fahren, die dank Batteriebetrieb einen Teil der Strecke ohne Oberleitungen zurücklegen können. Die Reichweite mit Batterien sei noch nicht abschliessend geklärt, sagt Eigenmann. Die VBSG wollen die Beschaffung noch dieses Jahr ausschreiben. Geplant ist der Kauf von 17 Bussen, sechs Eingelenk-Trolleybussen für die Linie St.Georgen–Heiligkreuz und elf Doppelgelenkbussen für die Strecke Abtwil–Wittenbach.

Das Ziel ist, die Busse ab Ende 2021 einzusetzen. Die Zeit bis zur Elektrifizierung der Strecke und bis zum Kauf der neuen Busse überbrücken die VBSG mit sogenannten Buszügen, also Bussen mit Anhänger. Das Parlament hat im November den Kredit von rund 4,5 Millionen Franken für die Anschaffung von fünf Buszügen, eines weiteren Zugfahrzeugs sowie eines kleinen Batteriebusses bewilligt. Dieser soll gemäss Eigenmann ab Anfang 2019 auf Strecke vom Hauptbahnhof zum Abacus-Platz zum Einsatz kommen. Sollte er sich bewähren, ist ab 2021 die Beschaffung weiterer solcher Elektrobusse geplant.

Für die Streckenanpassung der Linie 9, für die Verlängerung der Linie 6 bis Oberhofstetten sowie für die neue Linie 12 zwischen Abtwil und Hauptbahnhof via Spisegg brauchen die VBSG ausserdem drei neue Standardbusse. Das Stadtparlament muss dafür einen Kredit von knapp 1,8 Millionen Franken bewilligen.

Parkplätze müssen weichen

Die neuen Linien beziehungsweise Linienführungen erfordern auch diverse bauliche Anpassungen. Für die neue Haltestelle vor der Migros St. Fiden entsteht auf der Südseite der Bachstrasse ein durchgängiges Trottoir. Die dortigen Parkplätze sowie jene vor der Migros müssen ins Bahnhofareal weichen.

An der Hodlerstrasse hebt die Stadt drei Parkplätze auf und ersetzte sie an der Kolosseum- und der Spinnereistrasse. An der Rosenheimstrasse hingegen fallen zwei Parkplätze der Erweiterten Blauen Zone ersatzlos weg. Sie könnten gemäss Baudirektorin Maria Pappa allenfalls «langfristig» ersetzt werden.

Für die neue Linienführung des 9ers und Anpassungen bei der heutigen Linie 6 braucht es am Rosenberg ebenfalls bauliche Massnahmen. Bei der Verzweigung Dufour- und Varnbüelstrasse sowie beim Knoten Dufour-, Tannen- und Müller-Friedberg-Strasse gibt es neue Lichtsignalanlagen. Ausserdem fällt infolge der neuen Haltestelle bei der Telltreppe ein Parkplatz weg. Für sämtliche baulichen Massnahmen muss das Stadtparlament zwei Kredite von insgesamt 900000 Franken bewilligen.

Neue Haltestellen noch nicht hindernisfrei

Viele der neuen Haltestellen werden gemäss Maria Pappa zunächst mit «provisorischem Ausbaustandard» erstellt. Die Stadt wolle bis zu deren definitiver Ausgestaltung Erfahrungen sammeln und bei Bedarf Anpassungen vornehmen können, aber auch die Entwicklung des Areals Bahnhof St. Fiden abwarten. Aus diesem Grund werden die neuen Haltestellen noch nicht hindernisfrei sein. Dieses Vorgehen sei mit den Behindertenverbänden abgesprochen. Eine Ausnahme ist die neue Haltestelle Hodlerstrase, die bereits behindertengerecht erstellt wird, da die Stadt dort noch in diesem Jahr die Strasse saniert.

www.stadtsg.ch/buskonzept