Grün, gut, schneller

Die grüne Tonne fährt allen davon

15. Juni 2017, 05:17
Luca Ghiselli

Die grüne Tonne hatte keinen einfachen Start. Viele verzichteten auf sie, als die Grüngutabfuhr im Januar lanciert wurde. Mit 750 Abos ist die Abfuhr damals unter den Erwartungen gestartet, inzwischen sind es über 1200. Der Trend zeigt also in die richtige Richtung, schon bald könnte das ursprüngliche Ziel von 1600 Grünabfuhr-Abos erreicht sein. Bis es so weit ist, stehen aber noch ungenutzte Verdis bereit, warten auf eine Abonnentin oder einen Abonnenten.

Grund genug für vier Mitarbeiter von Entsorgung St. Gallen, das noch ungenutzte Potenzial der grünen Tonne, die in Werbeclips gerne auch mal mit Kulleraugen vermenschlicht wird, andersweitig zu entfalten. Adrian Gubser, Werner Knoblauch, Mike Forster und Andreas Braunwalder von der Stadtentwässerung haben aus zwei solchen Grüngutcontainern in den vergangenen Wochen nämlich eine Seifenkiste entwickelt und gebaut – und sind damit vergangenen Sonntag am Rennen im Riethüsli an den Start gegangen. Zugegeben, wirklich aerodynamisch sieht es auf den ersten Blick nicht aus, das Grüngut-Mobil. Da helfen auch die Kulleraugen auf dem «Kühlergrill» und der filigrane Heckflügel nicht. Da waren andere Seifenkisten-Designs rassiger, man nehme nur das Flammen-Mobil mit Teufelchen am Steuer als Beispiel. Als Werbefläche für den neuen Service der Stadt dient die Rennmaschine aber allemal.

Dass das Tonnen-Mobil aber nicht nur Werbegag, sondern auch Spitzenwagen ist, stellten die Piloten der Entsorgung in den drei Läufen des Rennens eindrucksvoll unter Beweis.

In der Kategorie «Oberstufe, Lehrlinge und Erwachsene» belegten Adrian Gubser und Werner Knoblauch die Plätze 1 und 2. Gubser war über die besten zwei Läufe gerechnet drei Sekunden schneller als sein Arbeitskollege, der Drittplatzierte verlor dann aber schon acht Sekunden auf Knoblauch. Über den Sieg im Riethüsli dürften sich derweil nicht nur die Piloten, sondern auch der Rennstallchef Peter Jans freuen. Da Partei- und Stadtratskollegin Maria Pappa ausser Konkurrenz fuhr, konnte er den Sieg wohl doppelt geniessen.

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch


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