Das grösste Sportfest der Schweiz soll in St.Gallen durchgeführt werden

EIDGENÖSSISCHES SCHWING- UND ÄLPLERFEST ⋅ Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest könnte 2025 auf dem Breitfeld in St.Gallen stattfinden. Der definitive Entscheid fällt 2021. Doch der Verein ESAF 2025 weibelt heute schon, dass das Sägemehl stiebt.
20. November 2017, 06:12
Daniel Wirth

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

Im März 2021 entscheiden die rund 250 Delegierten an der Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbandes (AV ESV), wo das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das alle drei Jahre stattfindet, 2025 ausgetragen wird. Im Moment bewerben sich St.Gallen und Glarus, Schaffhausen hat sich unlängst aus dem Rennen genommen. Im Rhythmus von 15 Jahren darf der Nordostschweizerische Schwingerverband (NOSV) als einer von fünf Teilverbänden ein «Eidgenössisches» organisieren und durchführen; in der Ostschweiz fand das letzte 2010 auf der Allmend in Frauenfeld statt. Dass ein Grossanlass mit mehreren hunderttausend Zuschauern auf dem Breitfeld durchgeführt werden kann, hat eine Machbarkeitsstudie der Fachhochschule St.Gallen im vergangenen Jahr bestätigt.

«Das ist aber kein Anlass, um die Beine hoch zu lagern», sagt Michael Götte, der Präsident des Vereins ESAF 2025. Dieser Verein wurde 2015 vom Kanton St.Gallen mit 150'000 Franken aus dem Sport-Toto-Fonds ausgestattet. Mit einem Teil dieses Geldes wurde die Machbarkeitsstudie finanziert. Um die Kandidatur voranzutreiben, muss der Verein bald wieder Geld beschaffen. «Wir werden den Behörden in St.Gallen, Gossau, Herisau und Gaiserwald Anträge um einen Beitrag von total 150'000 Franken stellen», sagt Götte. Diese Summe werde für die Erstellung des Bewerbungsdossiers und für vertiefte Abklärungen benötigt.
 

Augenmerk auf den Umweltschutz

Der Präsident des Vereins ist aber nicht bloss mit der Geldbeschaffung beschäftigt. Er und seine Vorstandskollegen sind ständig daran, Mitglieder zu rekrutieren – mit Erfolg: Der dreifache Schwingerkönig Jörg Abderhalden, Olma-Direktor Nicolo Paganini und Christian Isler, der Kommandant von Feuerwehr und Zivilschutz St.Gallen, sind unlängst dem Verein beigetreten, dem auch der Regierungsrat Stefan Kölliker als Schirmherr und die Stadt und Gemeindepräsidenten Thomas Scheitlin, St.Gallen, Alex Brühwiler, Gossau, Renzo Andreani, Herisau, und Boris Tschirky, Gaiserwald, angehören. Jedes bekannte Vereinsmitglied sei ein wichtiger Mosaikstein im Ganzen. Ein Meilenstein auf dem langen Weg der Bewerbung war gemäss Götte das deutliche Ja des kantonalen St.Galler Schwingerverbandes im November vergangenen Jahres.

Das Breitfeld sei für ein «Eidgenössisches» ideal, finden die Mannen um ESAF 2025-Präsident Michael Götte. Zoom

Das Breitfeld sei für ein «Eidgenössisches» ideal, finden die Mannen um ESAF 2025-Präsident Michael Götte.

Im Bewerbungsdossier zuhanden des ESV muss der Verein ESAF 2025 viele Fragen beantworten – auch solche zum Umweltschutz. Pikant daran: Teile des Breitfeldes sind Umweltschutzgebiet oder Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, wie Jonas Barandun, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Naturmuseums St.Gallen, sagt. Er und Fachleute des Umweltbüros Hugentobler in Altstätten beraten Götte und sein Team in Sachen Umweltschutz. «Wir legen grossen Wert darauf, hier alles richtig zu machen», sagt Götte. Er wird nächstes Jahr, sozusagen als Hauptprobe, in Tübach als OK-Präsident das St.Galler Kantonalschwingfest organisieren.

Nicht auf die Konkurrenz ennet des Rickens schauen

Götte und der Verein ESAF 2025 haben mit Glarus ernsthafte Konkurrenz. Im Linthgebiet ennet des Rickens machen sich schon lange vor der Vergabe Lokalpolitiker für die Bewerbung Glarus’ um das «Eidgenössische» stark.

Freilich weiss auch Michael Götte, was Lobbying ist. Als Präsident der SVP-Kantonsratsfraktion und Leiter Kantonale Politik der Industrie- und Handelskammer (IHK), kennt er dieses Geschäft aus dem Effeff. «Allerdings», sagt Götte, «entscheiden einzig die delegierten Schwinger, wo das «Eidgenössische» 2025 stattfinden wird». Vielleicht deshalb referierte Michael Götte im November beim Schwingerverband St.Gallen und Umgebung und beim kantonalen Schwingerverband – auch über den Stand der St.Galler Bewerbung.


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