Der Christbaum ist auf dem Klosterplatz gelandet

ST.GALLEN ⋅ Am Mittwoch ist ein Weihnachtsbaum mit einem Schwerlasthelikopter auf den Klosterplatz geflogen worden. Der Flug hat Tradition – mit Grund: Ein einmaliger Versuch mit einem Tieflader war ein Desaster.
Aktualisiert: 
15.11.2017, 19:00
15. November 2017, 13:55
Elisabeth Reisp
«Er chunnt! Er chunnt!» Der Anflug des Weihnachtsbaums auf dem Klosterplatz ist jedes Jahr aufs Neue beeindruckend und zieht zahlreiche Schaulustige an. Schliesslich kommt der Baum auch wie ein Superstar per Helikopter geflogen. Die Prachttanne ist der 20. Baum auf dem Klosterplatz, aber erst der 19., der per Helikopter eingeflogen wird. Ein einziges Mal wurde auf den kostspieligen Helikoptertransport verzichtet. «Und das war dann doch ein ziemliches Desaster», erinnert sich Hildegard Jutz, Präsidentin des Vereins Weihnachten in St.Gallen, welcher den St.Gallern den Baum auf dem Klosterplatz beschert.

Den allerersten Baum lieferte noch die Schweizer Armee mit einem Superpuma aus. Damals war der Baumflug eine Pioniertat, daher oblag die Leitung der Operation der Luftwaffe. «Weil der Superpuma mit allerhand technischen Gerätschaften ausgestattet war, hatte er bereits viel Eigengewicht. Die Tanne vermochte er nicht mehr zu fliegen», erinnert sich Hildegard Jutz. Also wurde der Baum von unten her Stück um Stück abgeschnitten, bis er leicht genug war, um transportiert zu werden. 

Ein schäbiger Baum an Weihnachten 1999

Nachdem die Armee den Beweis erbracht hatte, dass eine mehrere Tonnen schwere Tanne per Helikopter quasi zwischen den Türmen der Kathedrale hindurch auf den Klosterplatz geflogen werden kann, zog sie sich zurück. Der Verein musste sich nun selbst organisieren. «Der Helikopterflug ist aber das Teuerste am ganzen Unterfangen», sagt Hildegard Jutz. Aus Kostengründen setzte man 1999 auf einen Transport per Tieflader auf der Strasse.  Weil der Baum so gross war, habe der Transport in der Nach stattfinden müssen, sagt Jutz. Ampeln seien für den Transport flach gelegt worden. Trotzdem habe der Baum etliche Äste verloren. Der Sturm Lothar, der am Stephanstag 1999 auch über die Schweiz fegte, habe dem lädierten Baum den Rest gegeben. «Es war ein elender Baum.»

Heute kann Jutz darüber lachen. Nach der erfolgreichen Landung des diesjährigen Weihnachtsbaums erst recht. Dieser stammt aus einem Garten an der Kreuzbleichestrasse, Spender ist der Bauunternehmer Markus Morant. Die 3,5 Tonnen schwere Tanne ist 17 Meter hoch und wird am Montag von der Feuerwehr mit Lichterketten versehen und geschmückt. Traditionell gestaltet die Schule für Gestaltung den Schmuck. Weil es sich aber um den 20. Weihnachtsbaum auf dem Klosterplatz handelt, wird auf eine neue Kollektion verzichtet. «Im Sinne einer Rückschau zeigen wir die beliebtesten Stücke noch einmal», sagt Jutz.

St. Gallen bereitet sich auf Weihnachten vor. Am Mittwoch hat ein Helikopter eine 17 Meter hohe Tanne auf den Klosterplatz geflogen. Bunt geschmückt wird der Baum vor der berühmten Klosterkirche für Weihnachtsstimmung sorgen. Die "fliegende Tanne" hat Tradition in St. Gallen. Schon seit 20 Jahren wird der Baum auf diese spektakuläre Art auf den Klosterplatz transportiert. (SDA Regionalbüro)

St. Gallen bereitet sich auf Weihnachten vor. Am Mittwoch wurde eine 17 Meter hohe Tanne auf den Klosterplatz geflogen. Bunt geschmückt wird der Baum vor der berühmten Klosterkirche für Weihnachtsstimmung sorgen.


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