Bilder statt Brötchen

ZWISCHENNUTZUNG ⋅ Die ehemalige Backstube der Bäckerei Schwyter verwandelt sich diese Woche in einen Ausstellungsraum der Guerilla-Galerie. Dort zeigt Vanja Hutter ihre Werke.
07. November 2017, 05:18
David Gadze

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Seit ziemlich genau drei Jahren steht die Backstube der Bäckerei Schwyter an der Neugasse leer, die Backwaren werden seither im Osten der Stadt hergestellt. Jetzt kehrt Leben in die Backstube zurück – zumindest kurzzeitig: Am Mittwoch und am Donnerstag präsentieren die Guerilla-Galerie und der Lyceum-Club dort eine Ausstellung der jungen St. Galler Künstlerin Vanja Hutter.

Sie habe schon lange etwas in der alten Backstube realisieren wollen, sagt Nadia Veronese, Co-Leiterin der Guerilla-Galerie. Ihr sei der Raum aufgefallen, als Jonas Knecht, Schauspieldirektor am Theater St. Gallen, noch als Mitglied der freien Kunstszene dort ein Projekt inszeniert habe. «Für die Guerilla-Galerie suchen wir nach solchen Orten, die keine richtigen Kunstorte sind und wo wir während einer kurzen Zeit etwas realisieren können.» Ausgangspunkt für die Ausstellung von Vanja Hutter sei eine Anfrage des Lyceum-Clubs gewesen, der Talente aus verschiedenen künstlerischen Bereichen fördert. Nebst einem Förderbeitrag sollte einem jungen Künstler oder einer jungen Künstlerin die Möglichkeit gegeben werden, sein Schaffen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Macherinnen der Guerilla-Galerie empfahlen schliesslich Vanja Hutter. Die 30-Jährige, die an der Hochschule Luzern Kunst studiert hat, sei schon früher mit Zeichnungsinstallationen aufgefallen, sagt Veronese.

Interaktion zwischen Künstlerin und Betrachter

Herzstück von Vanja Hutters Ausstellung ist eine von der Decke hängende Holzleiste mit kleinen Zeichnungen aus Tusche oder Aquarellfarben. Die Bilder hat sie eigens für diese Ausstellung gemalt. Dabei habe die junge Künstlerin kein bestimmtes Thema verfolgt, sagt Nadia Veronese. Vielmehr fange sie ohne konkreten Plan an zu zeichnen, und sobald sie etwas darin erkenne, entwickle sie daraus ein Bild, «sei es eine Person oder etwas Abstraktes». In vielen Zeichnungen könne jeder Betrachter etwas anderes sehen.

Ausserdem hat Hutter an einer Wand in der alten Backstube schwarze Couverts angebracht. Darauf stehen verschiedene Begriffe, etwa «Schweigen», «Hoffnung», «Grenze» oder «Verlust». Zu diesen Begriffen hat sie auf Folien verschiedene Bilder kopiert, die ihrem Skizzenbuch entstammen. Die Folien befinden sich in den Couverts. Die Besucherinnen und Besucher können sie auf einen der beiden Hellraumprojektoren legen, die sich im ehemaligen Kühlraum und im hinteren Teil der Backstube befinden, und quasi als grossformatiges Bild an die Wand «hängen». Dadurch entstehe eine Interaktion zwischen der Künstlerin und den Betrachtern, sagt Nadia Veronese.

An zwei Tagen geöffnet

Die Ausstellung von Vanja Hutter in der Backstube der Bäckerei Schwyter (Liegenschaft Marktplatz 11, Zugang via Blumenmarkt) ist am Mittwoch von 18 bis 21 Uhr sowie am Donnerstag von 17 bis 21 Uhr geöffnet. Die Künstlerin wird an beiden Tagen anwesend sein.

www.guerillagalerie.ch


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