Baugesuch für Kinderspital liegt auf

Der Kanton St. Gallen und die Stiftung Ostschweizer Kinderspital sind mit ihrem Mammutprojekt einen Schritt weiter. Derzeit liegt das Baugesuch für das Kinderspital sowie für die neuen Häuser 07A und 07B des Kantonsspitals auf.
09. November 2017, 05:21
Elisabeth Reisp

Elisabeth Reisp

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@tagblatt.ch

Die Umbauarbeiten am Kantonsspital haben bereits vor einiger Zeit begonnen. In einem ersten Schritt sind eine neue Passerelle vom Parkhaus zum Spitalkomplex sowie das neue Haus 10 ­erstellt worden. Letzteres steht bereits als Rohbau und dient als Rochade-Gebäude für die verschiedenen Abteilungen aufgrund der künftigen Bauarbeiten. Das Baugesuch für die weiteren Bauvorhaben – den eigentlichen Um- und Neubau – liegt seit Mittwoch auf. Es umfasst den Neubau der Häuser 07A, 07B und des neuen Kinderspitals sowie eine Tiefgarage und eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt. Die Visiere stehen bereits und lassen erkennen, wie gross das neue Spital werden wird.

Drei Landeplätze für Helikopter

Die neuen Häuser des Kantonsspitals werden alle miteinander verbunden sein. Sinnigerweise heisst das Gewinnerprojekt des Architekturwettberwerbs «come together»: Alles rückt etwas näher zusammen. Dafür verantwortlich ist die Fawad Kazi Architektur GmbH aus Zürich. Das neue Kinderspital kommt von der Rorschacher Strasse her gesehen auf der rechten Seite der Hauptgebäude zu stehen. Es wird neben zwei Untergeschossen und dem Erdgeschoss über neun Obergeschosse verfügen. Auf dem Dach des Hochhauses wird einer von insgesamt drei Helikopterlandeplätzen eingerichtet. Weitere Landeplätze sind auf den Dächern der Häuser 07A und 07C vorgesehen. Das Haus 07C wird erst in der dritten und letzten Etappe ab zirka 2030 erstellt. Der bisherige Helikopterlandeplatz zwischen dem Hochhaus 04 und dem Haus 03C wird aufgehoben.

Ein Stadtpark auf dem Dach

Haus 07A wird, ebenfalls von der Rorschacher Strasse aus gesehen, links des alten Hauptgebäudes errichtet. Es wird um zwei Stockwerke höher sein als das künftige Kinderspital schräg gegenüber. Das ebenfalls im Baugesuch enthaltene Haus 07B, der Verbindungstrakt hinter dem alten Haupthaus, ist erst in der zweiten Bauetappe geplant. Vorgesehen ist dafür eine Bauzeit von 2023 bis 2027. Dieser Verbindungstrakt wird dreigeschossig und dereinst auf dem Dach einen kleinen Park, den «Stadtpark», tragen. Wie dieser gestaltet und bepflanzt sein wird, ist im Baugesuch detailliert beschrieben. Der Stadtgarten soll Patienten, Besuchern und Mitarbeitern als Erholungs- und Begegnungszone dienen. Weitere Begegnungsmöglichkeiten werden das künftige Restaurant sowie eine Cafeteria bieten. Das Gebiet rund um das Kantonsspital verfügt über ein grosses Grundwasservorkommen. Keine ideale Voraussetzung für grosse Bauvorhaben. Auch das Haus 07A sowie das neue Kinderspital werden im jetzigen Grundwasser zu stehen kommen. Die Unterkante des Kinderspitals wird gemäss Berechnungen etwa elf Meter unter dem mittleren Grundwasserstand liegen, jene des Hauses 07A sogar noch tiefer: 15 Meter unter dem mittleren Grundwasserstand.

Um dennoch bauen zu können, muss das Grundwasser abgesenkt werden. Um das zu erreichen, soll das Wasser abgepumpt werden. Acht bis 14 Pumpen sind nötig, um das Grundwasser für die beiden Bauten abzupumpen. Kein einfaches und auch kein schnelles Unterfangen. Gemäss Bauplan wird dieser Vorgang etwa 450 Tage dauern. Beim Wasser handle es sich aber nicht um ein nutzbares Grundwasservorkommen, wie das Gesuch festhält. Selbst wenn das Wasser abgepumpt sein wird, ist der Untergrund weich und kein sicherer Untergrund für Hochhäuser.

Damit die geplanten Spitalbauten im weichen Boden nicht ihren Halt verlieren, sind spezielle Fundationsmassnahmen vorgesehen. Es werden Pfähle in den Boden gebohrt, auf welche die Häuser zu stehen kommen. Das Kantonsspital baut unter anderem deshalb so tief, weil auch eine Tiefgarage geplant ist. Von der Frohbergstrasse erschlossen soll diese unter dem Haus 07A Platz für 480 Autos bieten.

Baupläne liegen einen Monat öffentlich auf

Die Projektunterlagen können ab heute Mittwoch bis 7. Dezember beim Amt für Baubewilligungen eingesehen werden. Während der Auflagefrist können Einsprachen gegen das Baugesuch und Stellungnahmen zum Bericht über die Umweltverträglichkeit eingereicht werden.

Führen allfällige Einsprachen nicht zu langwierigen Verzögerungen, soll bereits im nächsten Jahr mit dem Bau des Hauses 07A begonnen werden. Dessen Fertigstellung ist im Jahr 2023 vorgesehen. Mit dem Bau des neuen Kinderspitals soll gemäss Baugesuch 2019 begonnen werden. Die dafür voraussichtliche Bauzeit beträgt vier Jahre.


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