St.Galler Fasnacht: Alkohol und Terror sind Herausforderungen für die Polizei

SICHERHEIT ⋅ Am Schmutzigen Donnerstag, 6 Uhr, startet die Stadtsanktgaller Fasnacht jeweils mit dem Agugge beim Vadian-Denkmal. Bis Dienstag sind dann Närrinnen und Narren los. Diese Zeit bedeutet für die Stadtpolizei vor allem erhebliche Mehrarbeit.
08. Februar 2018, 05:30
Reto Voneschen
Es sind verschiedene Themen, die die Stadtpolizei in diesem Jahr rund um die Fasnacht beschäftigen. Einige davon seien altbekannt, andere eher neueren Datums, sagt Polizeisprecher Dionys Widmer im Gespräch. Zur ersten Kategorie gehören angetrunkene Fasnächtlerinnen und Fasnächtler hinter dem Steuer ihres Autos. Eher der zweiten Kategorie zuzuordnen sind Fragen, die sich nach den Terroranschlägen der letzten Jahre in Europa ergeben.

Grossanlässe bedeuten für die Polizei Mehrarbeit. Gilt das auch für die Fasnacht?
Ja, klar. Grössere Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind für die Polizei meist mit Mehraufwand verbunden. Das gilt auch für die Fasnacht. Die kommenden Tage können wir aber mit einem leichten personellen Mehraufwand gut meistern können.

Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St.Gallen. Zoom

Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St.Gallen.

Wo genau ist die Stadtpolizei an der Fasnacht gefordert?
Startschuss auch für uns ist wie üblich am frühen Donnerstagmorgen. Ab dann werden wir alle Fasnachtsaktivitäten im Stadtzentrum wie in den Quartieren mitverfolgen und teilweise auch begleiten. Am meisten Mehraufwand verursacht bestimmt der Fasnachtsumzug vom Sonntag. Dabei sind wir für die Sicherheit verantwortlich, müssen aber auch für einen reibungslosen Verkehrsfluss sorgen.

Werden angesichts der Terrorgefahr zusätzliche Massnahmen ergriffen?
Wie bei anderen Anlässen in letzter Zeit werden wir an der Fasnacht verstärkt präsent sein. Zudem werden einige Strassen durch Fahrzeuge absperren.

Sind Überlegungen zur Terrorgefahr überhaupt nötig?
Für St. Gallen gibt es derzeit keine Hinweise auf eine aktuelle Bedrohung. Dennoch ist es Auftrag der Polizei, auch diesbezüglich für Sicherheit zu sorgen, die Lage laufend zu überprüfen und wenn nötig Massnahmen zu planen.

In deutschen Städten warnt die Polizei ausdrücklich davor, als Terrorist verkleidet an die Fasnacht zu gehen. Dies um Verwechslungen oder gar Panik zu vermeiden. Wie steht's damit in St.Gallen?
Wir haben diesbezüglich keine konkrete Warnung verbreitet. Jedoch empfehlen natürlich auch wir, bei Verkleidungen den gesunden Menschenverstand walten zu lassen und kein Kostüm auszusuchen, das Fehlinterpretation zulässt.

Ein Thema an der Fasnacht ist «Alkohol am Steuer». Dürfen motorisierte Fasnächtlerinnen und Fasnächtler in diesem Jahr deswegen wieder mit Kontrollen rechnen?
Auch in diesem Jahr werden wir während der Fasnachtstage im Rahmen unserer Patrouillentätigkeit Verkehrskontrollen durchführen. Diese können durchaus vermehrt vorkommen.
 

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