Viele Christbäume landen im Kehricht

GRÜNGUTVERWERTUNG ⋅ Obwohl die Entsorgung von Christbäumen kostenlos ist, nimmt sie die Grüngutabfuhr nur bei einem entsprechenden Abo mit. Das hat verschiedene Gründe.
09. Januar 2017, 05:38

Seit dem Jahreswechsel hat auch die Stadt St. Gallen eine Grüngutabfuhr. Doch ein Grossteil der Christbäume, die in diesen Tagen aus den Stuben auf die Strasse gebracht werden, um entsorgt zu werden, landet weiterhin in den Fahrzeugen der Kehrichtabfuhr. «Mit der Grüngutabfuhr nehmen wir Tannen von Personen mit, die ein Abo gelöst haben», sagt ­Marco Sonderegger, Leiter Entsorgung St. Gallen. Es reiche jedoch nicht, ganze Christbäume neben oder in die Grüngut-Container zu stellen. Sie müssten in Teile von maximal 90 Zentimetern Länge zerstückelt werden.

Doch warum nimmt die Grüngutabfuhr nicht auch alle anderen Christbäume mit, deren Entsorgung ohnehin kostenlos ist? «Wir haben erst gerade mit der Grüngutabfuhr begonnen und wollen nun erste Erfahrungen sammeln. Deshalb wollten wir die Entsorgung von Christbäumen nicht gleich beim Start thematisieren und die Problematik ganzer Bäume in der Vergärungsanlage umgehen», sagt Sonderegger. Da Tannen beim Vergären ohnehin kaum Gas produzierten, stehe die Verwertung zu Biogas nicht im Vordergrund. «Die Speisereste aus Haushalten und Restaurants sind diesbezüglich viel wichtiger als alle Christbäume zusammen.» Zwar liesse sich deren stofflicher Kreislauf auch bei der Verarbeitung zu Düngemittel schliessen. «Aber die Energienutzung beim Verbrennen ist auch wertvoll.» (dag)


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