St.Georgen als Herz der Schweiz

ST.GALLEN ⋅ Morgen beginnt das Weihern-Open-Air-Festival. Zum fünftenmal spielen siebzehn Bands während dreier Tage in der Frauenbadi. Dieses Jahr gibt es mehr Regenschutz, neue Gastronomie und weniger Kleinkunst.
14. September 2016, 14:43
Kathrin Reimann

«Heart of Switzerland St.Georgen – since 2012» prangt auf den Pullis der Helfer des Weihern-Open-Air-Festivals. Auch das neue Banner wird von Herzen geschmückt. Wie ein kleines Kind hat sich Organisator Dario Aemisegger auf den Moment gefreut, als er dieses endlich erhalten hat.

Vorgestern hat der Aufbau in der Frauenbadi begonnen. Von Donnerstag bis Samstag spielen siebzehn Bands – vorwiegend Schweizer – vor der traumhaften Kulisse auf Drei Weihern (siehe Kasten). «Das Herz hängt zusammen mit dem 1968er-Spirit, der mich umtreibt, der aber auch zu St.Georgen und den Weieren gehört», sagt Aemisegger. Passend dazu findet am Samstagnachmittag eine Yoga-Stunde statt, die von CVP-Stadtparlamentarier Stefan Grob geleitet wird. «Und ausserdem wird St.Georgen während der drei Festival-Tage tatsächlich zum Herzen der Schweiz», sagt Aemisegger, der mit 3000 Besuchern rechnet.

Wenn das Tiramisù mit Bier daherkommt

Ebenfalls neu sind die überdachten Aufenthaltsbereiche, wo die Gäste im Trockenen essen, trinken und die Konzerte schauen können. «Es lohnt sich also auch bei Regen, schon früh auf dem Gelände zu sein und hier einen guten Znacht oder einen edlen Tropfen zu geniessen.» Denn auch in diesen Bereichen wurde das Angebot in Richtung Bio und Finefood ausgebaut. «Unsere Gäste sind Gourmets», sagt der Organisator, der selbstironisch eingesteht: «Bei uns gibt es aber nur das zweitbeste Essen. Am besten isst man immer noch am Clanx-Festival in Appenzell.» Am Weihern-Open-Air gibt es dafür Köstliches vom türkischen Kulturverein, Bechingers Bratwürste aus dem Quartier, und ebenfalls gleich um die Ecke kochen die Senkrechtstarter von Chuchichäschtli TV.

Ihre nicht alltäglichen Gerichte umfassen Tomaten-Artischocken-Salat und ein Bieramisù – also ein Tiramisù mit Bier. Dazu werden die passenden edlen Weine von Selection Schwander ausgeschenkt. «Für Ostschweizer Verhältnisse trinkt unser Publikum nämlich lieber Wein als Bier.» Und dies durchaus gemässigt. Vor einem Jahr wurde erstmals Alkohol auf dem Festivalgelände ausgeschenkt. Negative Konsequenzen zog dies aber keine mit sich. «Es wurde gut konsumiert, aber wir hatten weder Exzesse noch Ärger mit Betrunkenen.» Ausserdem sei sein Publikum bekannt dafür, easy und relaxt drauf zu sein. Unter das sympathische Publikum wird sich auch Giulia Steingruber gemeinsam mit ihrer Familie mischen. Die Kunstturnerin aus Gossau wird sich nämlich den Auftritt ihrer Lieblingsband Al Pride nicht entgehen lassen. Die Pop-Band aus Baden wird am Freitag um 21 Uhr auf der Bühne in der Frauenbadi stehen.

Musikalischer Humor aus Deutschland

Dieses Jahr hat Aemisegger beim Line-up auf Comedians verzichtet, die keine Musik spielen. «Mit Götz Widmann haben wir am Samstag aber eine humoristische Darbietung im Programm.» Für Comedians, die ohne Musik auskommen, sei ein Auftritt an einem Festival generell hart. Ebenfalls verzichtet Aemisegger dieses Mal auf Stände junger Künstler, die ihre Ware bisher am Festival präsentieren durften. Grund für diesen Verzicht ist die fehlende Unterstützung des Amts für Kultur, wie Aemisegger sagt.

Ebenfalls anders sind die Durchführungstage: Statt von Freitag bis Sonntag geht das Festival neu von Donnerstag bis Samstag über die Bühne. «Die meisten Leute müssen am Montag wieder arbeiten. Zudem ist der Sonntag ein Bettag», so die Begründung.


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