"St.Galler Wireless" soll weitergeführt werden

Das Projekt "St.Galler Wireless" wird vorerst weitergeführt. (Urs Bucher/Archiv)
ST.GALLEN. Auf öffentlichen und stark frequentierten Plätzen in der Stadt St.Gallen hat man mit Smartphones, Tablets und Laptops auch in Zukunft gratis einen drahtlosen Zugang zum Internet: Der Stadtrat möchte das "St.Galler Wireless" dauerhaft weiterführen.
05. Mai 2014, 10:42
Für die Pilot-Installation sprach das Stadtparlament 2011 einen Kredit von knapp 600'000 Franken. Zuvor war ein 2006 von Privaten lanciertes Bürgernetz, das sogenannte Openwireless, gescheitert.

Der Pilot wird vom Stadtrat und den St.Galler Stadtwerken (SGSW) als erfolgreich bezeichnet, wie der zuständige Stadtrat Fredy Brunner am Montag vor den Medien sagte. Gegenwärtig werden über das Gratis-WLAN der Stadt täglich rund 35'000 Verbindungen ins Internet aufgebaut. Diese Zahlen explodierten, als der Zugang gratis wurde.

Tiefe Betriebskosten
Etwas bezahlen wolle für das "St.Galler Wireless" aber kaum jemand, sagte Brunner. Die SGSW haben an Hotspots in der Stadt kleine Antennen ans Glasfasernetz der Stadt angeschlossen. Dank dieser kleinen Antennen in einem dichten Netz habe die Strahlenbelastung trotz einer Verdoppelung des Datenverkehrs reduziert werden können.

Ausbauen will der Stadtrat das öffentliche drahtlose Netz aber nicht - aus Kostengründen und weil er will, dass die Internet-User in den Wohngebieten via Glasfaserkabel online gehen. Der Stadtrat beantragt dem Parlament, das "St.Galler Wireless" dauerhaft weiterzuführen, so wie heute bei jährlichen Betriebskosten von 40'000 Franken.

Glaserfasernetz als Grundlage
Grundlage für das "St.Galler Wireless" ist das Glasfasernetz der Stadt, an das bis auf ganz wenige Ausnahmen sämtliche Häuser in der Stadt angeschlossen werden - heute sind es rund 21'000 von total rund 44'000 Wohn- und Geschäftseinheiten, wie Brunner sagte.

Rund ein Fünftel der ans städtische Glasfasernetz angeschlossenen Haushaltungen würden dieses nutzen, antwortete Brunner auf die Frage eines Journalisten. Das sei beachtlich, zumal die Stadt das Angebot im Vergleich zu privaten Anbietern sehr zurückhaltend bewerbe.

Idee eines Data-Centers
Immer mehr kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) wollen ihre Netzwerk- und Serverinfrastruktur in ein sogenanntes Data-Center auslagern. Die Stadtwerke haben aus diesem Grund die Machbarkeit und Rentabilität eines solchen Angebots geprüft. Der Stadtrat rechnet mit einem Investitionsvolumen von 20 bis 25 Millionen Franken.

Die Stadt St.Gallen sucht gemäss Fredy Brunner nun Kunden und Investoren für ein gemeinsames Projekt "St.Galler Data-Center.

"St.Galler Wireless", St.Galler Glasfasernetz, "St.Galler Data-Center": Die grösste Stadt der Ostschweiz will bei der Datenübertragung und -sicherung auf keinen Fall abgehängt werden. (sda)

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