Spazieren ohne Hindernisse

Das Stadtplanungsamt sammelt derzeit Ideen, wie man im Neudorf eine durchgängige Grün- und Spazierzone einrichten könnte. Dieser Grünzug Ost macht nun den nächsten Schritt.
19. November 2015, 06:48
ROGER BERHALTER

Der Name täuscht: Beim Projekt Grünzug Ost geht es nicht primär um Naturschutz und nicht nur um Grünflächen. Vielmehr steht der Begriff aus dem neuen kommunalen Richtplan für ein Planungsgebiet im Osten der Stadt. Es reicht vom Höchster Wald im Norden über den Ostfriedhof, den Botanischen Garten und das neue Naturmuseum sowie den Buswendeplatz Neudorf bis zu den Familiengärten Blumenwies und zur Sportanlage Krontal im Süden. Hier soll gemäss Richtplan ein «durchgehend vernetzter und erlebbarer Grünraum» entstehen.

Ein gesundes Verhältnis

Doch kein neuer Park schwebt den Stadtplanern vor. Sondern freie Flächen, die trotz innerer Verdichtung frei bleiben sollen. Oder wie es Landschaftsplaner Peter Heppelmann vom Stadtplanungsamt formuliert: «Es geht um ein gesundes Verhältnis von überbauten und nichtüberbauten Flächen.» Der Grünzug sei Stadtentwicklung, vom Fussgänger aus gedacht.

Lebensqualität vor der Haustür

In Teilen sei der Grünzug Ost schon jetzt vorhanden, sagt Peter Heppelmann. «Wir wollen auf diesen bestehenden Qualitäten aufbauen und sie mit neuen Angeboten ergänzen», sagt er und verweist insbesondere auf den Ostfriedhof, den Botanischen Garten oder den neu entstehenden Park vor dem Naturmuseum. Das alles seien Bausteine des Grünzugs Ost. Doch auch der Buswendeplatz Neudorf gehöre dazu sowie ein Teil der Rorschacher Strasse. «Man muss planerisch dort ansetzen, wo die Leute wohnen», sagt Heppelmann. Damit die Lebensqualität möglichst schon vor der Haustür beginne.

Im Richtplan stehen drei konkrete Massnahmen, wie der Grünzug Ost Form annehmen könnte: Erstens soll ein neuer öffentlicher Weg im Bereich der Sportanlage Krontal entstehen. Zweitens soll es eine neue Verbindung geben zwischen dem Hallenbad Blumenwies, den benachbarten Familiengärten und dem Gallusmarkt. Drittens soll man zu Fuss von der westlichen Zilstrasse direkt zum Ostfriedhof gelangen können. «Solche Verbindungen schaffen Mehrwert. Mit verhältnismässig wenig Aufwand lässt sich viel erreichen», erklärt Heppelmann die Idee.

Das Quartier redet mit

Noch wird aber nichts gebaut, noch handelt es sich beim Grünzug Ost erst um eine planerische Idee. Erstes Ziel ist ein Massnahmenkatalog, und erst in einem zweiten Schritt werden diese Massnahmen budgetiert und allenfalls umgesetzt.

Geplant wird aber von Anfang an zusammen mit der Bevölkerung. Im September konnten sich die Quartierbewohner an einem öffentlichen Anlass einbringen. «Eine Person skizzierte bereits ihre Ideen für einen Quartierplatz Neudorf», sagt Peter Heppelmann augenzwinkernd. Nun sammle man weitere Ideen, und im Frühling soll der nächste öffentliche Workshop stattfinden.


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