Schleichweg zum Güterbahnhof gesperrt

Die Appenzeller Bahnen heben zwei Bahnübergänge an der Güterbahnhofstrasse auf, weil sie zu gefährlich sind. Anwohner müssen Umwege über die Hauptstrassen in Kauf nehmen. Es sind Einsprachen eingegangen, die Wege sind aber bereits geschlossen.
13. Juni 2014, 02:35
OLIVIA HUG

Ein Stahlzaun, dort wo früher ein Kiesweg zur Treppe hinführte. Das Begehen des direkten Weges zwischen Güterbahnhof und Oberstrasse ist nicht mehr möglich. Die Appenzeller Bahnen (AB) haben die zwei unbewachten Bahnübergänge zur Schloss- und zur Zimmerstrasse aufgehoben – zum Ärgernis einiger Anwohnerinnen und Anwohner. Die Abkürzung zum Güterbahnhof und weiter Richtung Osten war beliebt.

«Zugänge weiterhin gewährt»

«Der Lokführer hat ungenügende Sichtweiten auf die Bahnübergänge», begründet AB-Mediensprecher Alexander Liniger. «Er könnte nicht rechtzeitig bremsen.» Die AB hätten sich deshalb für eine Schliessung entschieden. Laut Liniger seien die Wege geprüft worden, die neu gegangen werden müssen. Zum Güterbahnhof gelangt man nur noch über die Geltenwilenstrasse oder über die Ruckhalde. «Die Umwege für die Fussgänger betragen zwischen 30 und 600 Meter», sagt Liniger. Damit seien die Zugänge weiterhin gewährt. Unfälle auf den Bahnübergängen seien den AB nicht bekannt, so der Mediensprecher. «Heikle Situationen hat es aber gegeben.»

Gegen die Schliessung der Übergänge auf der Strecke St. Gallen–Gais–Appenzell sind laut Florence Pictet, Mediensprecherin des Bundesamts für Verkehr (BAV), acht Einsprachen eingegangen. Darunter sind auch Sammeleinsprachen.

«Sicher und kostengünstig»

Es sind nicht die einzigen Bahnübergänge, die auf städtischem Gebiet aufgehoben werden. Im Zusammenhang mit der Durchmesserlinie verschwinden alleine im Riethüsli fünf. Insgesamt müssen in der Stadt St. Gallen 22 Übergänge saniert werden, 7 auf der Strecke der Trogner Bahn.

Das BAV schreibt vor, dass bis Ende 2014 alle Bahnübergänge, die den Auflagen zur Vermeidung der Gefahr für Personen und Sachen nicht entsprechen, saniert werden. Dies kann durch die Installation von Signalen oder Anlagen passieren oder durch die Schliessung des Übergangs. Letztere sei die sicherste und kostengünstige Variante, so Liniger. «Würden wir die beiden Bahnübergänge am Güterbahnhof mit einer Blinklichtanlage sanieren, entstünden Kosten von je 180 000 Franken.»

Durch das Aufheben des Übergangs zur Zimmerstrasse können auch die Mitarbeiterparkplätze der SBB nicht mehr erschlossen werden. Die SBB seien damit einverstanden, so Liniger.


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