Jetzt wird St.Gallen grüner

ST.GALLEN ⋅ Neues Jahr, neues Angebot: Seit Anfang Woche gibt es die Grüngutabfuhr in der Stadt. Mit einem neuen Sammelfahrzeug leeren zwei Mitarbeiter die Container wöchentlich. Doch noch immer haben wenige St.Galler ein Abonnement gelöst.
05. Januar 2017, 06:52
Christoph Renn

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Der gestrige Tag hat für Stadtrat Peter Jans (SP) mit einer Überraschung begonnen: «Mein Container für das Grüngut wurde nicht geleert.» Und das genau an dem Tag, an dem er zur Jungfernfahrt mit dem neuen Sammelfahrzeug eingeladen hatte. Doch was ist passiert? «Ich habe den Container zu spät bereitgestellt. Die beiden neuen Mitarbeiter sind bereits an meinem Haus vorbeigefahren», sagt Jans. Deshalb empfiehlt er: «Die Grüngutcontainer immer am Morgen früh bereitstellen.» Geleert werden sie an dem Tag, an dem auch die Abfallsäcke eingesammelt werden, jedoch nicht zur selben Zeit.

Anfang Woche ist das neue Angebot der Grüngutabfuhr in der Stadt gestartet. «Ich freue mich, dass es nun endlich so weit ist», sagt Peter Jans. Es sei ein langer politischer Prozess vorausgegangen und viel Planungsarbeit in das neue Angebot geflossen. So könne die Stadt einen ökologischen Kreislauf schliessen. Darüber freut sich vor allem Stadtparlamentarier Andreas Hobi (Grüne), der das Postulat «Kreisläufe schliessen – eine Grünabfuhr auch in St.Gallen» eingereicht hatte. Doch ein Wermutstropfen bleibt: Es wurden bis gestern erst 770 Grüngutabos gelöst. Die Stadt rechnete bei der Lancierung mit 1600. Er wolle dieser Zahl jedoch nicht zu viel Bedeutung beirechnen. «Ein neues Angebot braucht einfach Zeit, bis es sich etabliert hat», ergänzt Hobi. Er sei sich sicher, dass die Kurve an neuen Abos in den nächsten Monaten stark nach oben zeigen werde.

Ein Sammelfahrzeug für eine halbe Million Franken

Trotz positiver Energie seitens Hobi und Jans bleibt die Zahl 770 im Moment im Raum stehen. Und dies wirkt sich auf die Organisation der Grüngutabfuhr aus. So wurde vorerst nur ein Sammelfahrzeug für rund eine halbe Million Franken angeschafft – der Stadtrat bewilligte den Kauf von zwei Fahrzeugen. Und es sind nur zwei der bewilligten sechs Stellen besetzt. «Mit dieser Zahl an verkauften Abos bringt es nichts, mehr Personal einzustellen», sagt Peter Jans. Denn mit dem einen Sammelfahrzeugen können die bereitgestellten Container locker geleert werden. «Der Lastwagen verfügt über ein Fassungsvermögen von rund zehn Tonnen», sagt Chauffeur Massimo Facineroso. «Mit nur einem Sammelfahrzeug können ich und mein Arbeitskollege sicher die doppelte Anzahl Container als die momentan 770 leeren.»

Die optimale Route wählen

Das Sammelfahrzeug entspricht laut Jans den neuesten technischen Ansprüchen. So verfügt es über einen so genannten Touren­optimierer. «Dieser zeigt dem Chauffeur auf einem Display in der Fahrerkabine genau an, wo Container stehen und welches die schnellste Strecke ist», sagt Jans. Werden neue Abos gelöst, können diese direkt ins System eingespiesen werden.

www.grüngutbesser.ch


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