HSG könnte Wohnraum freigeben

Die Pläne zum Ausbau der HSG am Platztor konkretisieren sich. Hier sollen dereinst 3000 Personen studieren können. Zudem sollen Räume für HSG-Institute entstehen. Beides ist für die Stadt interessant.
10. Februar 2016, 02:35

Die Universität St. Gallen hat 1899 ihren Betrieb als «Handelsakademie» mit 75 Studierenden aufgenommen. Ende 2015 waren über 8000 Studierende eingeschrieben. Im Laufe der nächsten zwei bis drei Jahre könnte die 9000er-Marke geknackt werden, sagte der kantonale Bildungsdirektor Stefan Kölliker am Montagabend vor der Burgergesellschaft der Stadt St. Gallen.

Andrang gefährdet Qualität

Die Verantwortlichen der Universität suchten dieses Wachstum nicht, beteuerte Kölliker. Im Gegenteil. Der Andrang mache es zunehmend schwierig, den angestrebten hohen Qualitätsstandard zu halten. Es sei aber aufgrund der rechtlichen Vorgaben schwierig, Gegenmassnahmen zu treffen. Beim Masterstudium, das von Bachelor-Abgängern anderer Bildungsstätten etwas überrannt worden sei, habe man Spielraum genutzt und die Hürden höher gemacht.

Der Ausbau der Universität ist für Stefan Kölliker dringend. Mit dem Platztor habe man eine Chance ergriffen, die Optionen für die Zukunft offen lasse: Die Landreserven neben der HSG könnten für spätere Jahrzehnte geschont werden. Im bestehenden Campus müsse einzig die Bibliothek vergrössert werden. Dafür seien Möglichkeiten in Prüfung – vom Provisorium bis hin zum architektonischen Wurf.

Institute kommen in die Stadt

Die HSG-Baupläne am Platztor sind für die Stadt interessant. Am Rand der Altstadt entsteht gemessen an der Zahl der Nutzer und des Bauvolumens ein neuer Stadtteil. Die hier geplante Infrastruktur für Lehrveranstaltungen – mit grossem Hörsaal à la «Audimax» auf dem Rosenberg und kleineren Hörsälen – dürfte in der vorlesungsfreien Zeit für die Organisatoren von Tagungen interessant werden. Und die geplante Verlegung der Institute ans Platztor und an einen zweiten Schwerpunkt unten an die Müller-Friedberg-Strasse könnte ein altes Anliegen wahr werden lassen: Die HSG könnte so mindestens einen Teil des rund um den Campus auf dem Rosenberg mit Büros belegten Wohnraums der ursprünglichen Nutzung zurückgeben. (vre)


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