FHS-Studenten zeigen Flagge

ST.GALLGEN. An der Fassade der Fachhochschule St. Gallen hissten Studenten gestern ein «Refugees welcome»-Banner. Die Schulleitung befürwortet solche Aktionen sogar, solange nicht politische Inhalte verbreitet werden.
02. Oktober 2015, 06:56
DAVID GADZE

Die Botschaft war weitherum sichtbar: Für ein paar Stunden wehte gestern an der dem Hauptbahnhof zugewandten Seite der Fachhochschule ein «Refugees welcome»-Banner. Bereits am Nachmittag wurde es wieder entfernt – nicht auf Anordnung der Schulleitung, sondern wegen des Windes «aus Sicherheitsgründen», sagt Matthias Rickli, Co-Präsident der Studentenorganisation des Fachbereichs Soziale Arbeit, die hinter der Aktion steht.

Flüchtlingsdiskussion fördern

Das Banner sollte nicht bloss ein Zeichen setzen. Die Studenten wollen damit auch die Diskussion um den Umgang mit Flüchtlingen ankurbeln. Was, wenn «Refugees welcome» nur die Hochqualifizierten, die Netten, die Integrierbaren oder die Weissen meine, fragen sie in einer gestern publizierten Mitteilung. Willkommen geheissen dürften nicht nur jene, die «einen ökonomischen Mehrwert für die Wirtschaft darstellen und politischen Maximen folgen». Der Slogan müsse alle Flüchtlinge meinen. Deshalb wollen sich die Studenten politisch stark machen für ein Asylwesen, das Menschenwürde garantiere.

Schulleitung nicht gegen Aktion

Die Fachhochschule unterstütze das Engagement der Studenten in öffentlichen Fragen, sagt FHS-Rektor Sebastian Wörwag. «Gerade wenn es um übergeordnete Werte wie die Menschenwürde oder das Verneinen von Diskriminierung geht, stehen wir dahinter.» Einzig das Verbreiten politischer Inhalte werde nicht unterstützt. Die Aktion mit dem Flüchtlingsbanner falle aber nicht unter diese Kategorie. Wäre sie mit der Schulleitung abgesprochen gewesen, hätte diese auch Hand geboten, um eine Lösung beziehungsweise einen besser geeigneten Ort für das Banner zu finden.


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