Ein Suchinserat fürs vermisste Büsi

ST.GALLEN ⋅ Am Freitag hat Astrid Müller im Tagblatt eine Vermisstenanzeige für ihren Kater aufgegeben. Vielen ist dies aufgefallen, einige haben nachgefragt, was passiert sei. Seit dem 3. März fehlt von Hudäli jede Spur.

14. März 2016, 07:15
KATHARINA BRENNER

ST.GALLEN. Das lange Fell ist an Kopf, Bauch und Beinen weiss, auf der rechten Seite ist Hudäli schwarz-grau gescheckt. Auf dem Bild, das seine Halterin Astrid Müller aus dem Heiligkreuz am Freitag in einem Zeitungsinserat veröffentlichen liess, schaut der Kater mit hellgrünen Augen in die Kamera. Darüber steht das Wort «Vermisst». Seit dem 3. März sucht Astrid Müller ihren Kater. Wer ihn findet, erhalte einen «grosszügigen Finderlohn», sagt sie.

Zutraulich und liebenswürdig

«Hudäli fehlt mir sehr», sagt die 56-Jährige. «Er ist etwas Besonderes – sehr zutraulich, liebenswürdig und dankbar.» Hudäli hat sie ihren Stubentiger genannt, als der Kater ihr vor fünf Jahren zulief. Da sei er rund fünf Jahre alt, zerzaust und abgemagert gewesen, sagt Müller. Er hatte einem Pärchen aus der Nachbarschaft gehört. Dort sei Hudäli weggelaufen, weil der Mann ihn schlecht behandelt habe. Das habe ihr die Frau später gesagt, erzählt Müller. «Vielleicht ist der Kater deshalb so zutraulich.» Am liebsten sei er drinnen. Müller nennt ihn deshalb «Stubenhocker».

Als Hudäli am Abend des 3. März nach einer Stunde noch nicht wieder drinnen war, hat sich Müller auf die Suche nach ihm gemacht. Und seitdem nicht mehr damit aufgehört. Jeden Abend durchstreift die Katzenhalterin das Quartier. Sie hat mit Nachbarn gesprochen, Plakate aufgehängt und die Polizei informiert. Die hat Hudäli am Montag mit einem Spürhund gesucht – vergebens. Auch ein Tierkommunikator, der Kontakt mit dem Kater aufnehmen wollte, habe nichts herausgefunden, sagt Müller. Zwei Hinweise hätte sie in der vergangenen Woche erhalten: Hudäli sei in der Iddastrasse gesichtet worden. Und aufs Inserat im Tagblatt hin habe sich am Freitag eine Frau bei ihr gemeldet: Sie hat Hudäli nicht gesehen, wollte aber ihr Mitgefühl ausdrücken.

Jede Woche vermisste Katzen

Der Kater aus dem Heiligkreuz ist kein Einzelfall. «Jede Woche werden zwei bis drei Katzen als vermisst gemeldet», sagt Erika Bolt vom Tierschutzverein Stadt St. Gallen und Umgebung. Der Verein kontaktiert Tierheime und überprüft dann, ob es auf den Internetseiten der Schweizerischen Tiermeldezentrale ein Bild des jeweiligen Tieres gibt. Müller hat ihrer Meinung nach alles richtig gemacht. Zu Bolts Aufgaben gehört auch, die Tierhalter zu trösten. Sie seien oft sehr aufgewühlt. Bolt rät vor allem zu Geduld. Rund die Hälfte der Katzen tauche wieder auf. Darauf hofft auch Astrid Müller.

Hinweise auf Hudäli: 079 690 91 16

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