Ein Museum voller Oldtimer

Renate und Peter Hürlimann planen ein Oldtimer-Museum beim Bahnhof Winden. Auf rund 800 Quadratmetern werden alte Rennwagen und Rennboote sowie Tausende Modellautos zu sehen sein.
08. November 2016, 02:40
Nina Rudnicki

Jahrelang haben Renate und Peter Hürlimann aus Freidorf nach einem geeigneten Grundstück für ihr Oldtimer-Museum gesucht. In Lömmenschwil, gleich hinter dem Bahnhof Häggenschwil-Winden, sind sie nun fündig geworden. 2017 soll dort eine 800 Quadratmeter grosse Halle gebaut und noch im selben Jahr eröffnet werden. Zahlreiche Rennwagen von 1924 bis 2004, zwei- und vierrädrige Oldtimerfahrzeuge aus den 1920er- bis 1970er-Jahren, Rennboote aus den 1950ern, 5000 Modellautos sowie Modelleisenbahnen werden die Hürlimanns dann dort ausstellen.

Bekannt sind die beiden Freidorfer vor allem als Organisatoren der Oldtimer-Messe auf dem Olma-Areal in St. Gallen und des Oldtimertreffens in Vaduz. «Das Grundstück in Lömmenschwil ist ein genialer Standort», freut sich Peter Hürlimann. «Es ist nicht zu weit von unserem Wohnort entfernt, liegt im Industriegebiet und ist mit dem Auto und dem Zug einfach zu erreichen.» Zudem werde dort auch niemand gestört, wenn an einem Wochenende einmal eine Veranstaltung oder ein Treffen stattfinde.

Im Oldtimer-Museum wollen Renate und Peter Hürlimann auch Kurse rund um die alte Technik von Fahrzeugen anbieten. Anhand von zahlreichen Schnittmodellen können Interessierte beispielsweise das Innere von Motoren studieren oder sich mit entsprechender Fachliteratur eindecken. «Uns geht es nicht nur um den Erhalt der Technik, sondern auch um den Erhalt des Wissens», sagt Hürlimann. Die Fahrzeuge seien ein wichtiges Kulturgut, das für die nächsten Generationen bewahrt werden müsse. «Die Rennboote sind ein typisches Beispiel dafür. Früher gab es in der Schweiz sehr erfolgreiche Motorbootrennfahrer. Heute weiss kaum jemand mehr etwas davon.»

Um die Kosten für den Bau niedrig zu halten, wird das Ehepaar Hürlimann den Innenausbau der Stahlhalle selbst übernehmen. Die beiden Oldtimerfans werden den Strom verlegen, die Beleuchtung anschliessen und Vitrinen für die Modellautos aufbauen. Die Wände sollen mit Grossbildern bedeckt werden. Zudem träumt Peter Hürlimann auch davon, in der Halle eine alte Garage wie in vergangenen Jahrzehnten mit originalen Werkzeugen einzurichten.

Apéros und Modeschauen statt verstaubtes Museum

Die neue Oldtimer-Halle soll kein verstaubtes Museum werden. «Wir werden regelmässig Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen machen. Auch für Geburtstagsfeiern, Hochzeitsapéros, Clubausflüge, Modeschauen und Vernissagen können wir einen tollen Rahmen bieten», sagt der 58-Jährige.

Bevor es allerdings so weit ist, muss bei der Gemeinde erst noch das Baugesuch eingereicht und auf die Baugenehmigung gewartet werden. Auch auf die Reaktionen der Lömmenschwiler und Häggenschwiler ist Hürlimann gespannt. Da er bislang mit dem Projekt noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen ist, hat er auch noch keine Rückmeldungen erhalten. Wer sich direkt bei Hürlimann über das Museum informieren will, kann dies spontan beispielsweise an der Automesse St. Gallen vom 18. bis 20. November in der Olmahalle 9.1 tun. Dort organisieren Renate und Peter Hürlimann die beiden Sonderausstellungen «Sport und Speed» mit Rennwagen und «Classic und Elegance» mit alten Motorrädern. Findet einmal gerade keine Ausstellung oder Messe statt, steht ein Teil von Hürlimanns Fahrzeugen derzeit in einer grossen Garage direkt unter ihrer Wohnung. Für den anderen Teil mussten sie Plätze auswärts dazumieten. Und die Modellautos sind im Wohn- und Arbeitszimmer versorgt. «Es wird also wirklich höchste Zeit, dass wir alles dauerhaft an einem Ort präsentieren können.»

oldtimermesse-ch.com (Stichwort «Automuseum»)

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