Ein Abstecher an die Fasnacht

Die Kantonsbibliothek Vadiana zeigt während der Olma ihre Sammlung von Fasnachtsplakaten. In Vitrinen liegen Dokumente aus närrischen Zeiten – unter anderem aus dem 19. Jahrhundert. Eine Ausstellung nicht nur für Fasnachtsfreaks.
17. Oktober 2011, 01:07
FREDI KURTH

Schnell ist man von der Olma in der Ausstellung «Fasnachtsplakate» in der Vadiana. In der Notkerstrasse zwischen zwei Jahrmarktsständen hindurch, hinein in den grossen Empfangsraum der Kantonsbibliothek sind es rechter Hand nur ein paar Schritte zur Sammlung. Der kurze Abstecher von der Olma lohnt sich nicht nur für Fasnächtler. Sie mag bei diesem oder jenem Besucher Kindheitserinnerungen wecken.

«Wanze» und «Rätschbäsi»

Optisch getragen wird die Ausstellung von den grossen Fasnachtsplakaten ab dem Jahr 1974. Aber mindestens so interessant sind die vielen kleinen Publikationen zur Fasnacht: Plakate und Broschüren zum Mohrenball, gestaltet vor allem von Robert Geisser, Hansjörg Rekade und Alexander Blanke (Alibert). Auch zum Födlebürger-Verschuss und zu den Guggen liegen in Vitrinen Dokumente zur St. Galler Fasnacht. Reizvoll die Titelseiten alter Fasnachtszeitungen wie «Die Wanze», «Postheiri», «Rätschbäsi» und von Fasnachtsbeilagen in Tageszeitungen. Sie reichen zum Teil zurück bis ans Ende des 19. Jahrhunderts, als die St. Galler Fasnacht auflebte. Am liebsten würde man ein wenig blättern.

«Weil die Vadiana durch den Kanton betrieben wird, achteten wir darauf, dass auch Raritäten aus anderen Gegenden ausgestellt sind», sagt Nicole Eberle, Praktikantin in der Vadiana. So ist zudem der Fasnachtsbrauch im Sarganserland und in Walenstadt, – zum Beispiel mit Holzmasken – thematisiert.

Wiederkehrender Anlass

Die Ausstellung zur Olma-Zeit findet seit einigen Jahren statt. Bisher wurden Plakate von der Olma selber, dem OpenAir St. Gallen, dem Circus Knie und Theater gezeigt. Die aktuelle dauert bei freiem Eintritt bis 22. Oktober. (th)


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