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Tagblatt Online, 22. März 2012, 01:09 Uhr

Tiefste Steuer neu in Tübach

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Tübach ist neu die steuergünstigste Gemeinde in der Seeregion. Ausgeprägte Wohnorte mit Zuzug neuer Einwohner haben in der Regel tiefere Steuerfüsse. (Bild: Rudolf Hirtl)

REGION RORSCHACH. Von den zwölf st. gallischen Gemeinden in der Seeregion sollen dieses Jahr sechs einen tieferen Steuerfuss haben und sechs den gleichen wie 2011. Das beantragen die Behörden den Bürgern; deutlich senken können Tübach und Thal.

FRITZ BICHSEL

Die meisten Steuerzahler werden für 2012 eine höhere Rechnung erhalten. Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Kanton hebt seinen Ansatz um 10 auf 105 Steuerprozente an. Durch Steuersenkung in der Gemeinde wird das in Tübach ganz, in Thal weitgehend und in Untereggen zur Hälfte ausgeglichen (siehe Tabelle). Drei weitere Gemeinden in der Region Rorschach reduzieren bescheidener.

Unterschied etwas kleiner

Mörschwil war bis 2011 die steuergünstigste Gemeinde in der Region und lange auch im Kanton, muss nun aber aufgrund hoher Investitionen (Sporthalle, Schulhaus, Alters- und Pflegeheim) bei 92 Steuerprozenten bleiben. Mit der Reduktion von 100 auf 90 hat neu Tübach den tiefsten Ansatz in der Region – aber nicht im Kanton: Balgach senkt für 2012 weiter von 90 auf 85 Steuerprozente. In der Seeregion verringert sich der Unterschied zwischen den Gemeinden dieses Jahr von 62 auf 59. Der höchste Ansatz (Untereggen) – sinkt um 5 auf 149, der tiefste (bisher Mörschwil) um 2 auf 90. Das bedeutet, dass auf gleich viel Einkommen die Steuern für Kanton und Gemeinde inklusive Schule in Rorschach und Untereggen gegen einen Drittel höher sind als in Tübach. Tübach und Mörschwil als steuergünstigste Gemeinden in der Seeregion sind ausgeprägte Wohnorte mit Zuzug neuer Einwohner.

Wohnorte im Vorteil

Solche Gemeinden konnten ihren Steuerfuss markant senken, in der Region auch Rorschacherberg und Berg SG. Gemeinden mit hohem Anteil an Betrieben wie Steinach können da nicht mithalten. Denn Steuern von Gesellschaften schwanken, gehen zu einem grösseren Teil an den Kanton als früher und sanken wegen tieferer Ansätze. Andererseits haben auch Ausgaben starke Auswirkung auf den Steuerfuss der Gemeinde. Thal und Rheineck investierten bei sehr hohem Ansatz und drosselten dann stark. So konnten sie den Steuerfuss ebenfalls markant senken – seit fünf Jahren Thal in der Region am stärksten mit 28 Steuerprozenten.

Besser als vorausgesagt

Mit dem geänderten Finanzausgleich leistet der Kanton höhere Beiträge an Gemeinden mit besonderen Belastungen. Dafür soll der Gemeindesteuerfuss künftig nach oben nicht mehr begrenzt sein. Prognosen, dadurch werde der Unterschied zwischen Gemeinden noch grösser, erfüllten sich in der Seeregion nicht. Alle drei Gemeinden, die damals den Höchstsatz von 162 erheben mussten, konnten oder können jetzt unter 150 senken. Wie die meisten Gemeinden der Region profitieren auch sie unter anderem von Einnahmen aus dem Liegenschaftenhandel, der in der Seeregion als beliebter Wohngegend sehr rege ist, und davon, dass der Anstieg der Ausgaben für die Schule gebremst wurde, weil die Schülerzahlen sinken.



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