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Tagblatt Online, 30. November 2009 01:03:29

Stiftung kürt letzte Preisträger

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Die letzten Preisträger: Paul Müller, Brigitte Stacher und Daniela Müller von 9400 Chorschach, Clownin Karin Alder und Maler René Etter (v. l.). (Bild: Bild: Corina Tobler)

RORSCHACH. Zum 15. und letzten Mal zeichnete die Rorschacher Stiftung Walter und Friedel Zingg Kulturschaffende für besondere Leistungen aus. Die A-cappella-Formation 9400 Chorschach, Clown-Artistin Karin Alder und Maler René Etter nahmen den Preis gerührt entgegen.

Corina Tobler

Es sei ein ganz besonderer Abend, betonte Stiftungsratspräsident Paul Müller zum Auftakt der Preisverleihung im Stadthofsaal. Dies nicht nur, weil die 15. Preisverleihung ein kleines Jubiläum war, sondern auch, weil dabei die letzten Gelder aus dem Stiftungsfonds vergeben wurden.

Die erste, die einen Teil davon bekam, war Karin Alder. Die 35jährige Clown-Artistin feiert mit ihren kreativen Handstand-Nummern international Erfolge. Ihr Vater Fredi Alder sagte in der Laudatio, ihr Beruf sei die Erfüllung ihres Kindertraums.

Sie habe sich schon als kleines Mädchen im Garten als Seiltänzerin versucht und sei mit dem Einrad zur Schule gefahren.

Im Handstand zur Preisvergabe

Nach ihrer Ausbildung zur Primarlehrerin besuchte Karin Alder in Genf die Zirkusschule Théâtre-Cirqule und liess sich dann in Kanada an der renommierten École Nationale de Cirque in Montreal ausbilden.

Seither führt sie ein Leben als Weltenbummlerin, trat ausserhalb der Schweiz unter anderem in Brasilien, Italien, Schweden, Deutschland und der Türkei auf. Daneben ist sie als Spital-Clownin engagiert und gibt ab und zu Zirkus-Unterricht. Als Heimat und Ankerstelle spielt in Alders Leben Rorschach immer noch eine grosse Rolle.

Sie bezeichnete die Auszeichnung denn auch als grosse Ehre und bedauerte, aufgrund von Knieproblemen keine ihrer spektakulären Nummern live vorführen zu können. Doch auch die mitgebrachten Videos sorgten für angehaltenen Atem und lautes Gelächter im Publikum – ebenso wie die Preisübergabe. Als Paul Müller Alder nämlich im Scherz fragte, ob sie ihre Urkunde nicht im Handstand abholen wolle, nahm sie ihn prompt beim Wort und den Preis kurzerhand kopfüber entgegen.

Etwas weniger spektakulär, aber dafür umso gerührter zeigte sich kurz darauf Maler René Etter, der sich seit seiner Ankunft in Rorschach vor zehn Jahren als Künstler etabliert hat, wie Laudator Beni Würth betonte. Etter hat sein eigenes Atelier eröffnet, an der Art Bodensee erfolgreich ausgestellt und ist im Rorschacher Kunstverein engagiert. Beeindruckend ist auch die Vielfalt im Schaffen Etters, den Würth als eine «Wundertüte» bezeichnete. Seine Bilder und Skulpturen sind mal experimentell und verspielt, dann wieder gesellschaftskritisch.

Ehrung für A-cappella-Festival

Der Künstler bedankte sich überschwenglich für den Preis und bezeichnete Rorschach als Kulturstadt. Dazu, dass diese Bezeichnung durchaus gerechtfertigt ist, trugen auch die Sängerinnen und Sänger von 9400 Chorschach bei, die als letzte eine Auszeichnung erhielten. Laudator Gallus Würth liess in seiner humorvollen Rede die Höhepunkte in der Geschichte der A-cappella-Gruppe aufleben, zu denen auch ein Auftritt an der Expo 02 zählt.

Chorschach wurde aber nicht nur für ihr musikalisches Können geehrt, sondern auch für das A-cappella-Festival, das sie ins Leben gerufen haben. Das Festival ist einer der attraktivsten kulturellen Anlässe in der Hafenstadt. Einen Vorgeschmack auf die siebte Auflage lieferte Chorschach mit überzeugenden Gesangseinlagen an der Preisverleihung gleich selbst.





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