Tagblatt Online, 17. April 2010 11:29:00
Stadt-Blogger und Adda-Adda verbünden sich zu Rorschachs Barrierenwächtern
Res Lerch ist nicht Adda-Adda, hat für den Bild- und Poesieband aber eng mit ihm/ihr zusammengearbeitet. (Bild: Bild: Rudolf Hirtl)
RORSCHACH. Seit gestern hängen an Rorschachs Barrieren Plakate mit Adda-Adda-Poesie. Sie sind das Resultat der Zusammenarbeit zwischen Res Lerch und dem nach wie vor anonymen Adda-Adda.
rudolf hirtl
Adda-Adda ist sich untreu geworden. Ist das Buch «Adda Adda ohne Punkt und Komma» noch eine lückenlose Aneinanderreihung von kopfweherzeugenden Grossbuchstaben; so lassen die nun an Bahnübergängen der Stadt angebrachten Plakate mit 26 Beispielen Adda-Adda-«Poesie» zumindest eine grafische Handschrift erkennen und sich im Gegensatz zum 5328 Zeilen umfassenden Buchstabengematsche ohne Augenflimmern lesen.
Idee nach aussen transportieren
Aufgehängt wurden die Plakate von Gästen der Buchvernissage von vorgestern im «Schilte Sechsi». Stadt-Blogger Res Lerch hat dort den Bildband «Rorschachs Barrieren konkret gewartet» vorgestellt. Gäste bekamen für den Nachhauseweg Plakate in die Hand gedrückt, versehen mit Auszügen aus dem Buch und dem Hinweis auf der Rückseite, wo diese aufzuhängen seien.
«Es ist wichtig, die Idee nach aussen zu transportieren, weshalb wir uns für diesen Weg entschieden haben», sagt Res Lerch. Wir, das ist der im März gegründete Verein «Rorschach bewusster wahrnehmen». Dieser wollte laut Vereinspräsident Lerch erst nach der HV im Juni an die Öffentlichkeit treten, ist durch die Lancierung des Bildbandes nun aber doch schon früher aktiv geworden.
Die Adda-Adda-Poesie ist bebildert mit Fotos, von Res Lerch, die Rorschachs Barrieren zeigen – geschlossen natürlich. Und weil sie dies eh meistens sind, sei es naheliegend, das FHS-Projekt von 2009 aufzunehmen, das im Rahmen von «Stadt als Bühne» Barrieren als schützenswertes Kulturgut prolongierte.
Anonyme Zusammenarbeit
«Wer ist Adda-Adda?» «Keine Ahnung, ich sicher nicht», sagt Res Lerch.
Die Zusammenarbeit sei anonym per E-Mail erfolgt, so habe er auch erste Beispiele der Adda-Adda-Barriere-Poesie erhalten. Er hoffe, dass die Idee nicht vorschnell als ärgerlich oder miesmachend abgetan werde, sagt Lerch. Vielmehr solle die spielerische Poesie eine konstruktive Vorlage für die Stadtführung sein, die Barrieren sinnvoll zu nutzen.
In Kombination mit Plakatständern etwa als Freilichtausstellung zu unterschiedlichen Themen, für touristische Werbung oder als Informationsplattform. Aufbauend, motivierend – einige als Todesanzeigen gestaltete Seiten im Bildband lassen zumindest leichte Zweifel an diesem offensichtlich ehrenwerten Ansinnen der Herausgeber aufkommen.
- Artikel empfehlen:










Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben