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Tagblatt Online, 07. Juli 2011 01:03:00

Sandkünstler lassen die Sau raus

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…lassen erahnen, dass erneut spektakuläre Kunstwerke gebaut werden.

Das Sandskulpturen-Festival steht unter dem Motto «Das Tier in dir». Erstmals müssen Besucher einen Fünfliber Eintritt bezahlen; allerdings erst nach der Prämierung, der Aufbau der Figuren kann weiterhin kostenlos mitverfolgt werden.

Rudolf Hirtl

Rorschach. Das diesjährige Thema könnte kaum aktueller sein; wie Menschen ihre Triebe ausleben, legt nicht nur Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn an den Tag, auch was Muammar al-Gadhafi und sein Gefolge treiben, hat mit Menschlichkeit nichts mehr zu tun. «Die Vorgabe von aktuellen Themen wird von den Künstlerinnen und Künstlern sehr geschätzt», sagt Urs Koller, künstlerischer Leiter des Rorschacher Sandzaubers. Bei anderen internationalen Festivals würden nur zu gerne publikumswirksame Themen forciert, die Kreativität der Künstler mit Figuren wie Nemo oder Shrek eingeschränkt. «Es ist ein Privileg, Künstler zu sein, und erst noch an einer derart schönen Lage den Menschen Kunst näherzubringen, weshalb es umso wichtiger ist, beim Festival auf eine ansprechende Qualität zu achten», räumt Koller, der bekannt dafür ist, in dieser Beziehung keine Abstriche zu machen, nachdenklich ein.

Das Festival mit aufgebaut

Nicht zuletzt deshalb hat sich das Internationale Sandskulpturen-Festival in Rorschach in den vergangenen zwölf Jahren zu einem enormen Publikumsmagneten entwickelt und findet weit über die Landesgrenzen hinaus grosse Beachtung. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler haben das Festival mitgetragen, indem sie auf finanziell lukrative Engagements im Ausland zugunsten des Rorschacher Anlasses verzichtet haben. Nur so ist es möglich, dass hochkarätige Spitzencarver wie Kirke Kangro, Enguerrand David oder Wilfred Stijger am westlichen Seeufer überhaupt bei der Arbeit zu bewundern sind. Aber, das Festival hat das Babyalter verlassen, ist erwachsen geworden, wodurch die Ansprüche Jahr für Jahr steigen. «Bisher sind die Künstler für ein Butterbrot nach Rorschach gekommen, doch die Konkurrenz mit anderen Festivals ist gross und immer öfter fällt die Frage nach den Konditionen», sagt Koller.

Ein Fünfliber für vier Wochen

Um die hohe Qualität zu erhalten und die Teilnahme von 1.-Klasse-Künstlern weiterhin zu garantieren sei es nicht mehr länger möglich, das gesamte Festival für Besucher gratis zugänglich zu machen. «Der Aufbau der Skulpturen kann weiterhin kostenlos mitverfolgt werden», so Koller, «doch der Besuch des Skulpturenparks, der nach der Prämierung vom Sonntag, 21. August, bis zum Sonntag, 18. September, geöffnet ist, kostet neu 5 Franken, wobei der Eintritt während vier Wochen Gültigkeit hat». Einen Sichtschutz wird es dennoch nicht geben, der freie Blick auf den See ist garantiert. Allerdings werden alle Skulpturen zum See hin ausgerichtet und das Gelände so wie im vergangenen Jahr mit Absperrgittern gesichert. «Ich war etwas nervös, als ich dem Stadtrat mein Anliegen vorgetragen habe», sagt Urs Koller mit einem Schmunzeln, doch Stadtpräsident Thomas Müller habe sich extra Zeit genommen, viel Verständnis für die Situation gezeigt und damit auch zum Ausdruck gebracht, dass ihm das Sandskulpturen-Festival sehr am Herzen liege. Dankbar zeigt sich Koller auch für die Unterstützung von Stadtrat Ronnie Ambauen, der sich um das neue Raumkonzept gekümmert habe.





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