Tagblatt Online, 14. September 2010 01:04:53
Projet urbain: Quartierfest ist ein Ort der multikulturellen Begegnung
Die Gerenstrasse im Projet-urbain-Quartier verwandelte sich am Sonntag in eine multikulturelle Festmeile. (Bild: Bild: Lea Müller)
Am Sonntag stieg in der Gerenstrasse ein grosses Fest für die Bevölkerung. Die Quartierbewohner sollen sich gegenseitig kennenlernen – so das Ziel der Organisatoren. Die einzelnen Inhalte des «Projet urbain» standen dabei nicht im Vordergrund.
Lea Müller
Rorschach. Türkische Musik hallt durch das Projet-urbain-Quartier. Stände und Zelte säumen die Gerenstrasse. Der Geruch nach gebratenem Fleisch liegt in der Luft. Kinder hüpfen übermütig umher. Erwachsene sitzen auf Festbänken und unterhalten sich. Das Quartierfest hat zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner aus ihren Häusern auf die Strasse gelockt.
Verschiedene Vereine beteiligt
Das OK-Team des Quartierfests plant den grossen Anlass seit diesem Frühling. Die Idee entstand, als die Arbeitsgruppen des Projet urbain, dem Pilotprojekt des Bundes zur Aufwertung des Rorschacher Quartiers, ihre Arbeit aufgenommen haben. Das Fest soll die Begegnung im Quartier fördern. «Nachbarn unterschiedlicher Nationalitäten können sich kennenlernen», sagt Mitorganisatorin Nermin Barman. «Das Leben im Quartier wird viel schöner, wenn wir alle miteinander reden.»
Die Türkin freut sich, dass sich so viele Vereine am Fest beteiligen: Es gibt Essstände mit türkischen, serbischen, tamilischen, albanischen und Schweizer Spezialitäten. Auf der Bühne treten der türkische Tanzverein, eine albanische Volksmusikgruppe und eine Mädchentanzgruppe auf. Der Feuerwehrverein hat eine Feldbäckerei zur Verfügung gestellt, wo Kinder Pizza selber backen können. An weiteren Ständen können sich die Kinder im Büchsenwerfen üben oder eine Girlande basteln.
Von Mund zu Mund
Das Quartierfest wird von der Stadt Rorschach, dem Feuerwehrverein und den teilnehmenden Vereinen finanziert. «Schön, dass das Quartier der Stadt so wichtig ist», sagt Mitorganisator und Quartierbewohner Daniel Dietrich. Er freut sich, dass so viele Leute aus der Nachbarschaft am Fest teilnehmen. «Wir hatten keinen Anhaltspunkt, wie viele kommen würden.» Das OK-Team informierte von Mund zu Mund, mit Plakaten und mit Flyern über das Fest. Anna Dietsche, Leiterin des neuen Quartierbüros, unterstützte das OK-Team tatkräftig.
Keine Information zum Projekt
Weiss die feiernde Bevölkerung eigentlich, was das Projet urbain ist und welche Ziele das Projekt verfolgt? Eine kleine Umfrage am Quartierfest zeigt, dass manche noch nie davon gehört haben. Offiziell wird am Quartierfest auch nicht darüber informiert. «Die Kommunikation der einzelnen Projektinhalte steht heute nicht im Vordergrund», wendet Projektleiter Florian Kessler ein. «Das Fest ist bedeutsam für den Aufbau der Beziehungen zwischen den Quartierbewohnern.
» Inhalt und Ziel des Projet urbain seien zu einem späteren Zeitpunkt wieder Thema.
Für die Arbeitsgruppen beginne eine neue Phase: Demnächst werde sich die Gruppe Aussenraum/Verkehr treffen und die von einem Fachbüro erarbeiteten Vorschläge diskutieren. Für das OK-Team des Quartierfests sei die Partizipation nicht abgeschlossen, die Gruppe bleibe in den Prozess eingebunden. Das Quartierfest bezeichnet Florian Kessler als sehr gut gelungen: «Schön wäre, wenn es ab jetzt jedes Jahr ein Quartierfest geben würde.»
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