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Tagblatt Online, 02. Februar 2012 07:47:00

Mehr Platz für Blutwäsche

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Hoher Besuch: Die Vorsteherin des Gesundheitsdepartementes, Heidi Hanselmann, besucht den Dialyse-Patienten Kurt Frei. (Bild: Marianne Bargagna)

RORSCHACH. Gestern bekam Kurt Frei, einer der 33 regelmässigen Patienten auf der Hämodialysestation im Spital Rorschach, hohen Besuch, und zwar von Heidi Hanselmann, Regierungsrätin und Vorsteherin des Gesundheitsdepartementes.

MARIANNE BARGAGNA

Entspannt liegt er auf dem Bett, schüttelt Heidi Hanselmann die Hand und gibt freimütig Auskunft. Kurt Frei kommt seit etwa fünf Jahren regelmässig nach Rorschach zur Blutwäsche oder eben zur Hämodialyse. Auf jene Station, die 2005 eröffnet wurde und auf der im ersten Betriebsjahr 337 Behandlungen durchgeführt wurden. Im vergangenen Jahr registrierte das Spital bereits 4500 Behandlungen.

Keine seltene Krankheit

Diese Zunahme der Behandlungen ist für die Vorsteherin des Gesundheitsdepartementes, Heidi Hanselmann, ein Zeichen dafür, dass ein Bedarf nach solchen Behandlungen besteht, und auch dafür, dass «die gute Leistung im Spital Rorschach, einer wichtigen Säule in der Gesundheitsversorgung, geschätzt wird». Diese Aussage kann Kurt Frei nur bestätigen. «Die Behandlung hier ist sehr gut. Ich fühle mich geborgen.» Und dann fügt er lachend hinzu: «Highlights sind für mich jedes Mal die Kaffees mit Brötli.»

Ein Highlight dürfte für ihn auch der Besuch der Regierungsrätin und des Verwaltungsrates der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen gewesen sein. Denn gestern tagte der Verwaltungsrat in Rorschach und liess sich dabei auch die Hämodialysestation zeigen und von der Ärztin Isabelle Binet, Fachbereichsleiterin Nephrologie und Transplantationsmedizin, informieren. Die Verwaltungsräte erfuhren, dass Bluthochdruck und Zuckerkrankheiten die häufigsten Ursachen von Niereninsuffizienz seien. Funktioniere die Niere nicht mehr, so werde der Körper vergiftet, erklärte Isabelle Binet. Eine Krankheit, die nicht selten auftritt. Kurz vorher hatte Heidi Hanselmann gesagt, dass von zehn Personen eine Person an einer solchen Krankheit leide.

Ausbaupläne

Was es bedeutet, an einer Niereninsuffizienz zu leiden, weiss Kurt Frei. Im Gespräch mit Heidi Hanselmann erinnert er sich an die Anfänge. Für ihn sei es damals überraschend gekommen. Nie habe er vorher an etwas gelitten. Dann die Diagnose und die regelmässigen Dialysen, dank derer er sich wieder wie vorher fühle, sagt er und schränkt ein: «Nicht aber am Dialysetag.» Dreimal in der Woche kommt er nach Rorschach. Eine Blutwäsche dauert jeweils etwa vier Stunden. Danach sei er müde. Trotz der Krankheit: Kurt Frei kann noch lachen und scherzen. Wenn er den Verwaltungsräten zum Beispiel erzählt von seinen Phosphat-Tabletten, den «Bomben», die er einnehmen muss. Eine Tatsache, die ihn auch dazu gebracht hat, auf Käse zu verzichten, denn: «20 Gramm Käse und zwei Tabletten, das ist zu mühsam.»

Die Verwaltungsräte hören aufmerksam zu, stellen Fragen, die Kurt Frei ohne Umschweife beantwortet. Er gehört zu den gegenwärtig 33 Patienten aus der ganzen Region, die regelmässig die Hämodialysestation besuchen müssen. Zwölf Plätze stehen aktuell zur Verfügung. Dieses Angebot genüge aber nicht mehr, sagt die Ärztin Isabelle Binet. Darum würden Pläne geschmiedet. Es soll in der Hämodialysestation Platz für zwei bis drei Patienten mehr geschaffen werden, wenn möglich noch in diesem Jahr.





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