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Tagblatt Online, 25. Januar 2011 11:28:00

Leiden - und der Meister lächelt

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Kampfsport-Star und Polizeiausbildner Antonia la Salandra zeigt im Rorschacher Dojo Kursteilnehmern mit Karateerfahrung, wie sie sich in Selbstverteidigung noch verbessern können. (Bild: Bild: Rudolf Käser)

RORSCHACH. Das Dojo der Shin Kyokushin Karate School Rorschach erlebt einen Höhepunkt. Antonio la Salandra, ein grosser Meister aus Italien, lässt die Leute schwitzen und profitieren von seinem Wissen sowie von seiner Erfahrung als Polizeiausbildner.

Rudolf Käser

Er ist in Kampfsportarten ein Star und fühlt sich dennoch auch in der Karateschule in Rorschach wohl. Es sei ein Besuch der Freundschaft und bei Freunden, den er gerne wahrnehme, versicherte der Gast. Für Dojo-Leiter Sandro Polimeno ging es bei der Verpflichtung des grossen Meisters darum, Weiterentwicklungen zu vermitteln.

Ausbildung von 8000 Polizisten

Antonio la Salandra, ein Hüne von Gestalt, ist Polizeimann in Rom. Er wurde, nebst vielen weiteren sportlichen Erfolgen, 1999 Kickbox-Weltmeister und 2001 Thaibox-Weltmeister, ist im Karate Träger des siebten Dan. «In der Polizei der Stadt Rom bin ich für die Kampf- und Verteidigungsausbildung von rund 8000 Polizisten verantwortlich», verriet der 36jährige, aus Foggia stammende Italiener.

Der Meister weilt nicht zum ersten Mal in Rorschach. Dass er sich für das «WOSD Self Defense Wintercamp» vom 21. bis 23 Januar im Dojo von Sandro Polimeno zur Verfügung stellte, habe einen einfachen Grund: «Zu Freunden, wie ich sie in Rorschach habe - auch unter Polizeikollegen -, komme ich gerne.»

Rote Köpfe, hoher Einsatz

Bereits das Aufwärmen, das Antonio la Salandra mit den Teilnehmern ansetzte, vermochte bei Nichteingeweihten gemischte Gefühle zu wecken. «Da würde ich sterben», meinte ein Zuschauer. Bereits diesen rund eine Viertelstunde dauernden Auftakt gestaltete der Meister derart intensiv und pausenlos, dass die ersten Teilnehmer rote Köpfe bekamen. Von schlappmachen war jedoch keine Spur zu entdecken. Alle bissen auf die Zähne und hielten durch. Das sei halt die Art von Trainings, wie man sie auf dieser Stufe betreibe, meinte der Lehrmeister. «Dieses Training ist Medizin in Form einer bitteren Pille. Aber diese bittere Pille muss man schlucken.» Sagt's und lächelt.

Mit stoischer Ruhe gibt er Anweisungen an seine beiden mitgereisten Ausbildner und an Sandro Polimeno.

Nichts für Anfänger

Er lässt die Teilnehmer - unter ihnen Frauen, Polizeileute und Angehörige von Sicherheitsfirmen - schwitzen und leiden. Bei Kampfelementen fordert er alle auf, auch ihn nicht zu schonen. Und immer, selbst wenn er vermeintlich einstecken muss, huscht ein Lächeln über sein Gesicht, als ob ihm das alles nichts anhaben könnte.

Der Goldacher Remo Pfändler hat den Kurs gut überstanden, gibt jedoch zu bedenken, dass bei solchem Training Anfänger fehl am Platz wären. «Es war zwar sehr intensiv, aber absolut realitätsbezogen.» Er komme aus dem Karatesport und sei nicht an seine Grenzen gelangt. Im Geben habe man sich gegenüber den übrigen Teilnehmern überwinden müssen, um nicht zu weit zu gehen, im Nehmen sei es oft eine Herausforderung gewesen. «Aber für mich war das ein gewaltiges Erlebnis», freute sich Remo Pfändler.

«Schmerz ist doch schön»

Für Camp-Teilnehmerin Isabella Büchler aus Speicher war Antonio la Salandra ganz einfach «eine eindrückliche Person». «Mich beeindruckte seine ganze Lockerheit, welche er mitbringt und bei welcher er trotzdem grosse Effizienz erreicht.» Er habe für alle Teilnehmer viel Feingefühl gezeigt. Über Schmerz mochte sie nicht klagen. «Schmerz, das ist doch schön.» Sie nehme jedoch aus dem Camp den Anreiz mit, weiterzumachen. «Das Camp hat mir neue Seiten aufgezeigt, mit denen ich den Interessenbereich erweitern kann.»

Dojo-Leiter Sandro Polimeno will die Kontakte weiterführen. So werde man auch Camps bei Antonio la Salandra besuchen. Das sei wichtig. «Denn das muss eine stetige Weiterentwicklung sein.»





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