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Tagblatt Online, 28. November 2008 01:03:02

Kolumbianische Lebensfreude im Religionsunterricht-Projekt

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In den nationalen Trachten präsentierte sich die Gruppe aus Kolumbien mit einem bunten Auftritt. (Bild: Bild: Fritz Heinze)

Die Steinacher Sechstklässler erhielten Besuch aus Kolumbien und Einblicke in einen Alltag, der oft von Existenzängsten und Gewalt geprägt ist.

Fritz Heinze

STEINACH. Zum bevorstehenden Sternsingen 2009 besuchten acht Mitglieder des Circo y Teatro Capuchini aus Kolumbien im Rahmen einer Missio-Aktion Schüler in Steinach. Gut vorbereitet gingen die fast 50 Schülerinnen und Schüler aus den sechsten Klassen von Jeanine Dürst und Rico Bühler an das Treffen mit den acht jugendlichen Mitgliedern des Circo y Teatro Capuchini aus der Stadt Cali in Kolumbien. Diese Gruppe, es sind total 45 Frauen und Männer, gibt in ihrer Heimat Zirkusvorstellungen und betreut Jugendliche. In der Zeit von 9. November bis 11. Dezember ist die achtköpfige Gruppe in der Schweiz zu Gast.

Kolumbianisches Theater

Mit vorbereitenden Gesprächen im Religionsunterricht und der Herstellung von Plakatwänden für die Präsentation der Schweiz befassten sich die Jugendlichen vor dem Projekttag mit dem Thema. Die Vorbereitung des Treffens hatten Brigitte Grau als Katechetin und Susanne Baumgartner von der evangelischen Kirche übernommen. Yvonne und Beni Müggler amteten mit ihren Spanischkenntnissen als Übersetzende.

Einen Vormittag stellte die Schule für die Realisierung des Projekts im Gemeindehaus zur Verfügung. Dabei ging es nicht nur um das Kennenlernen von Menschen aus einem anderen Kulturkreis, sondern auch um den Einblick in deren Alltag, der oft von Unsicherheit, Existenzängsten und Gewalt geprägt ist. Mit einer kurzen Theateraufführung, Tanznummern und folkloristischen Darbietungen brachte die Gruppe den Steinacher Kindern ihre Heimat und die Alltagsprobleme näher, gleichzeitig aber auch die fröhlichen und farbigen Seiten ihres Lebens. Nach der anfänglichen Kennenlernrunde war das steigende gegenseitige Vertrauen spürbar und am Mittag verabschiedeten sich alle herzlich voneinander.

Aus dem Leben gegriffen

«Ich fand es gut, dass wir die Kolumbianer kennenlernten und etwas von ihrem Leben erfahren konnten», sagte die Schülerin Michèlle Laschkolnig. «Ich nehme von diesem Vormittag das Wissen mit, dass die Leute arm sind. Wenn ich könnte, würde ich ihnen helfen.» Positiv zum Projekttag äusserte sich auch Lehrer Rico Bühler. «Es scheint mir wichtig, dass solche Themen im Religionsunterricht behandelt werden. Die Problematik ist aus dem Leben gegriffen und ist so gleichzeitig eine Lebensschule. Dies umso mehr, als im Elternhaus darüber oft nicht gesprochen wird.»

Moralische Unterstützung

Für Alexander Diaz Montenegro, den Leiter der kolumbianischen Truppe, ist wichtig, mit den Besuchen in der Schweiz die kolumbianische Realität zu vermitteln. «Es geht bei unserem Besuch nicht nur um finanzielle Hilfen, sondern wir brauchen auch eure moralische Unterstützung zur weiteren zukunftsorientierten Umsetzung unserer Projekte», sagte Dias an die Gastgeber gerichtet.





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