Tagblatt Online, 29. April 2009 01:01:04
Für öffentlichen Park spenden
Die Rettung des Warteggparks rückt in Reichweite. Damit der Freikauf des Baulandes nicht scheitert an wenigen Prozenten der Summe von 4,9 Mio. Franken, rufen Stiftungen, Gemeinde und IG nochmals zu Spenden auf.
FRITZ BICHSEL
RORSCHACHERBERG. Parklandschaften um Schlösser sind bis heute gefährdet. Ihre Bedeutung wurde lange verkannt. Vielmehr waren sie begehrt als Land für Wohnbauten. Weil der Unterhalt eines Schlosses teuer ist, wurde oft Bauland im Park geschaffen, dieser damit zerstört.
Gefahr vorerst gebannt
Was Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, gestern in Rorschacherberg mit Bedauern erläuterte (siehe auch Seite «ostschweiz»), war auch für den Warteggpark geplant.
Bei dieser grossen Anlage in Rorschacherberg kam es jedoch kurz vor starker Beeinträchtigung durch Überbauungen mit 120 Wohnungen anders: Familie Mijnssen als Käuferin finanzierte die Sanierung des Schlosses und die Pflege ihres Teils des Parks aus eigenen Mitteln. Der Park wurde öffentlich zugänglich. Und 2800 durch Bauvisiere aufgeschreckte «Freunde des Warteggparks» gaben den Anstoss, die Bauzonen nicht zu nutzen, sondern grün zu bewahren.
Park von nationaler Bedeutung
Was für die Bevölkerung erhalten werden kann, zeigte die Naturwissenschafterin Claudia Friedl: Wartegg ist eine 140 000 Quadratmeter grosse grüne Insel im Siedlungsgebiet, ein Kultur- und Naturdenkmal von nationaler Bedeutung und Teil einer Schlosslandschaft von nationaler Bedeutung. Diesen von Bäumen gesäumten Park als offene, weitläufige Landschaft prägen seit 150 Jahren Elemente wie Baumgruppen, Alleen, Freiflächen und Wege.
So gestaltete Natur in Verbindung mit dem jahrhundertealten Schloss vermittelt Kulturerlebnis und besondere Stimmungen. Eva Lobeck von der IG Warteggpark freut sich, dass der Bevölkerung diese Bedeutung von Wartegg aufgezeigt werden konnte. Sie nennt den Park ein Naherholungsgebiet mit kulturellem Wert, eine Ergänzung zu gewachsener Natur in der Umgebung. Auch Gemeindepräsident Hirs freut sich, «dass die ganze Bevölkerung hinter der Rettung steht».
Noch 350 000 von 4,9 Mio.
All diese Bemühungen und Erkenntnisse trugen bei, dass die von der Gemeinde Rorschacherberg unter Leitung ihres damaligen Präsidenten Ernst Tobler in der ganzen Schweiz und im nahen Ausland gestartete Sammlung von Millionen und die Spendenaktionen der IG Warteggpark breites Echo fanden. Jetzt als Präsident der Stiftung Landschaftspark Wartegg berichtete Ernst Tobler mit Dank an alle Spender, dass 4,6 Mio. Fr. gesichert sind. Um den Aufwand der heutigen Eigentümerin Swisscanto – die 300 000 Fr.
beiträgt und interne Kosten nicht aufrechnet – zu decken, sind weitere 350 000 Fr. nötig. Alle Beteiligten rufen zu weiteren Spenden auf, damit die derzeit zu 93 Prozent erreichte Rettung bis Ende Juni ganz gelingt.
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