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Tagblatt Online, 06. Juni 2011 01:07:31

Erste Eindrücke im Museum begeistern

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«Alt» und neu: Die unveränderte Wartegg-Abteilung (links) und eine der neugestalteten Abteilungen. (Bild: Urs Bosshard)

Der Aufmarsch ins Museum im Kornhaus ist an den inoffiziellen Eröffnungstagen noch gering. Doch wer kommt, zeigt sich begeistert von den vielseitigen neuen Möglichkeiten zum Verweilen, Forschen und Experimentieren.

PETER BEERLI

Rorschach. Selten sahen wir so begeistert staunende Buben, wie den Acht- und den Zwölfjährigen, die am Samstag mit ihrer Mutter aus Kriessern ins Museum im Kornhaus gekommen waren.

Mit Vogelfedern schreiben

Sie sprudelten geradezu, als sie erzählten, wie sie im Skriptorium mit Hühnerfedern geschrieben hatten und wie sie das Innere der Pfahlbauer-Hütten hatten betreten dürfen. Die kleine Familie hatte das Museum bei unserer Begegnung noch lange nicht fertig besichtigt und die Buben mögen auf dem weiteren Rundgang noch ein paar Mal grosse Augen gemacht haben. Die Mutter zeigte sich überzeugt, noch einige Male ins Museum im Kornhaus zu kommen. Am Sonntag äusserte sich ein Familienvater aus Vorarlberg, der mit Frau und drei Kindern gekommen war: «Schön, dass man fast alles berühren darf. Das ist nicht überall so.» Während der Vater mehr über die Pfahlbauer erfahren wollte, amüsierten sich die Kinder bereits darüber, dass sich ausgestopfte Vögel hörbar bemerkbar machten, wenn man an ihr Fenster trat. In der Lesestube begegneten wir einem in Rorschacherberg wohnenden Ehepaar mittleren Alters. Die Leute freuten sich darüber, dass das Wahrzeichen Rorschachs, das Kornhaus, als Ganzes teilweise zur Besichtigung offen steht. Als gebürtiger Wiener vermag der Mann das Museum im Kornhaus mit dortigen Museen zu vergleichen und gibt ihm eine gute Note. Beim Steckborner Ofen im Lesesaal vermisste er Informationen zur zeitlichen und örtlichen Herkunft des schmucken Gegenstandes. Er schaute sich diesen genauer an, suchte und fand die Jahreszahl «1785». «So ungefähr hätte ich geschätzt», sagte er zufrieden zu seiner Partnerin. Die fehlende Informations-Tafel werde, wie weitere Details, in den nächsten Wochen noch angebracht, versicherte Präsident Hermann Fuhrimann von der Ortsgemeinde Rorschach, der am Wochenende immer wieder um Auskünfte gebeten wurde. Die offizielle Eröffnung finde Mitte Juni statt.

Werner Seiler als erster

Der allererste Rorschacher, welcher sich eine Eintrittskarte fürs Museum im Kornhaus kaufte, Werner Seiler, liess sich diese Tatsache auf der Rückseite des Billetts gleich schriftlich bestätigen. Er äusserte sich Hermann Fuhrimann gegenüber dahingehend, dass das Museum so schon vor zwanzig Jahren hätte wieder belebt werden können. Nun wird er sich wohl zusammen mit anderen Besuchern darüber freuen, dass sich mutige Leute finden liessen, welche den Schritt wagten.





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