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Tagblatt Online, 12. September 2008 08:09:00

Erste Begegnung mit Würth

Unternehmen und Stadtrat informierten die Bevölkerung über die geplante Ansiedlung eines Grossbetriebs

Zoom

Was am Seeufer im Osten entstehen soll, zeigt der überarbeitete Rahmenplan: Bauflächen für Würth in Rorschach, Minigolfanlage neu im und Parkplätze vor dem Strandbad, erweiterte Strandbadwiese und entsprechend kleinere Wohnzone in Rorschacherberg (von links), Streifen am See und ums Strandbad für Fussgänger und entlang der Strasse für Velofahrer. (Bild: Plan: pd)

RORSCHACH. Rorschacher stellen sich die Stadt bereits mit Würth-Gebäuden am See vor, fragen nach Teilen zur Vervollständigung des Bildes. Das zeigte sich am Stadtapéro zu dieser Ansiedlung.

Fritz Bichsel

Bei beiden Hauptzielen des Stadtrates, neuen Wohnraum und neue Arbeitsplätze zu schaffen für einen Wiederaufschwung, sei Rorschach auf Kurs, sagte Stadtpräsident Thomas Müller. Die Ansiedlung von Würth wertet er als «Steilpass von Kanton und Stadt für die Entwicklung». Damit komme Rorschach auch einen grossen Schritt weiter zur Fähigkeit, mit Rorschacherberg zu fusionieren. Trotz Länderspiels hatten er und Michel Kern, Würth-Chef in der Schweiz, viele Zuhörer. Nach Informationen wie an der Medienkonferenz (Tagblatt von gestern) diskutierten diese nicht, ob Würth angesiedelt werden soll, sondern fragten bereits nach dem Wie.

Mitarbeiter aus der Region

Antworten von Michel Kern ergaben: Arbeitsplätze sind über die Schulung hinaus vorgesehen für Verwaltungsaufgaben und auch denkbar für zentrale Dienste im Weltkonzern oder Management von Grossanlässen mit Würth als Sponsor. Es werden neue geschaffen aufgrund des steten Wachstums. Entsprechend würden die Bauten voraussichtlich in Etappen erstellt. Mitarbeiter würden vorwiegend in der Nordostschweiz rekrutiert, wo Würth Potenzial sieht auch dank Bildungsinstitutionen wie Universität und Fachhochschule St. Gallen. Das spielte mit beim Entscheid für Rorschach. Die zur Ausbildung anreisenden Mitarbeiter sollen in Hotels der Region bis St. Gallen wohnen. Soweit möglich, vergibt Würth Bauaufträge in der Region – als Anbieter von Produkten für den Bau zuerst an Kunden.

Zum Architekturwettbewerb antwortete Bauplaner Walter Dietsche, dass Würth einige Architekten – international und auch in der Ostschweiz – einladen wird und in der Jury Stadt und Kanton vertreten sein werden.

Gegenseitig abgesichert

Zu zwei kritischen Fragen zum Vorgehen sagte Stadtpräsident Müller: Den Boden im Baurecht abzugeben statt zu verkaufen wäre nicht möglich, weil daran kein Investor interessiert sei. Und das Grundstück werde bereits verkauft, bevor der Gestaltungsplan vorliege, weil das Unternehmen vor hohen Ausgaben für die Planung Sicherheit bezüglich des Standorts benötige.

Wo und wie gross gebaut werden kann – auf Höhe Bahnhofgebäude vier- bis siebengeschossig, sonst viergeschossig –, regelt jedoch der von Kanton, Stadt und SBB vorgegebene Rahmenplan.

Nun Bürgerschaft am Zug

Der Stadtpräsident will sich nun einsetzen für ein klares Ja der Rorschacher zu dieser Ansiedlung in der Abstimmung über den Verkauf des Grundstücks. Dazu sagte ein Besucher, er glaube nicht, «dass es so dumme Leute gibt, die hier dagegen sind».





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