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Tagblatt Online, 14. Januar 2012 01:05:00

Die letzte Szene ist im Kasten

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Mark Riklin, Erfinder des Schatzsuchergedankens, erntet von Schatzsucherin Barbara Camenzind für seine Bemerkung, diese sei selber ein Schatz, einen erstaunten Blick. (Bild: Rudolf Hirtl)

Um die Schatzsuche nicht zur Denkmalpflege verkommen zu lassen, hat Barbara Camenzind den Auftrag gefasst, immaterielle Schätze zu heben. In der Schmitte Zwissler ist nun die letzte Klappe der Schatzsuche-Trilogie gefallen.

RUDOLF HIRTL

RORSCHACH. Das Publikum liebt die Auftritte von Johnny Depp in den «Fluch der Karibik»-Filmen, weshalb bereits an Folge 5 gewerkelt wird. Ganz so spektakulär ist die Schatzsuche in der Hafenstadt zwar nicht, doch als Rorschach im November 2008 als vermutlich erste Stadt der Welt die Stelle eines Schatzsuchers ausschrieb, sorgte dies ebenfalls für internationale Schlagzeilen. Als erster offizieller Schatzsucher durfte sich damals Richard Lehner bezeichnen, der die Funktion während eines Jahres innehatte. Den ersten Teil der Schatzsuche-Trilogie hatten zuvor Mark Riklin und Selina Ingold «gedreht», als sie zusammen mit Studierenden der FHS St. Gallen, Soziale Arbeit, eine Inventarliste von 169 Schätzen erstellten, diese dem Stadtrat übergaben und gleichzeitig die Forderung nach einem festangestellten Rorschacher Schatzsucher plazierten.

Stadt lebt nur durch Menschen

Anfängliche Skepsis von Seiten der Stadtregierung wandelte sich alsbald zur Einsicht, dass eine Stadt nicht nur Hochhäuser und Industrieansiedlungen, sondern auch eine Seele braucht. Dies war mit ein Grund, weshalb nach einem Jahr Denkpause 2011 auf Buchautor Richard Lehner die Rorschacher Sängerin und Komponistin Barbara Camenzind folge. Nicht mehr Gärten, Biergläser oder Gewölbe sollten nun im Mittelpunkt stehen, sondern das Hauptaugenmerk vielmehr auf immaterielle Schätze gelenkt werden: Ressourcen, Talente, Ideen, Träume und Visionen sollten auf der Schatzkarte vermerkt werden. «Barbara Camenzind hat die hohen Erwartungen durch ihre besondere Wahrnehmungsfähigkeit mit Leichtigkeit erfüllt», sagte Mark Riklin, Erfinder und Hüter des Schatzsuchergedankens, am Donnerstagabend in der Schmitte Zwissler in Rorschach, wo das Amtsjahr der Schatzsucherin und damit der dritte Teil seinen offiziellen Abschluss fanden.

Mit Leichtigkeit erfüllt

Riklin richtete auch einen Dank an die Stadt Rorschach, die der Schatzsucheridee mit der zweiten Ausschreibung ein zweites Leben geschenkt habe. Ronnie Ambauen dankte in der Grussbotschaft des Stadtrates Barbara Camenzind für deren Engagement, das sie bis in die Partnerstadt nach Sopron/Ungarn geführt habe. Die Schatzsucherin gab die Blumen sichtlich gerührt zurück und erwähnte unter anderem, dass die grosse Liebe zum Schreiben, die durch das Festhalten der Schatzsuchermeldungen entstanden sei, ihr persönlicher Schatz sei. «Die Schmiede als Symbol der in Sätze geschmiedeten Geschichten der Stadt erkläre ich daher zum letzten immateriellen Schatz und bitte einen Vertreter des Stadtrates, mit dem Hammerschlag die zweite und letzte Amtszeit eines städtisch angestellten Schatzsuchers für beendet zu erklären», so Barbara Camenzind.





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