Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 13. Dezember 2008 01:05:08

Die letzte Chance für den Park

Zoom

Die Wissenschafterin Claudia Friedl hat die Grundlagen für Gesuche an öffentliche Beitragszahler, Stiftungen und private Spender erarbeitet. (Bild: Bild: Fritz Bichsel)

Damit auch das reduzierte Bauland im Warteggpark nicht überbaut wird, werden rund fünf Millionen Franken benötigt. Gut zwei sind beisammen. Über maximal 1,9 Mio. von der Gemeinde entscheiden die Bürger nächsten Mittwoch.

Fritz Bichsel

RORSCHACHERBERG. Und wie kann die bei einem Ja noch fehlende Million beschafft werden? «Aufgrund der eindrücklichen Summe von bisher 2,1 Mio. Franken aus Beiträgen und Spenden, die mit dem Gemeindebeitrag auf vier Millionen steigen würde, hat sich die Eigentümerin Swisscanto bereit erklärt, beim Kaufpreis nochmals über die Bücher zu gehen», erklärt Gemeindepräsident Ernst Tobler. Steht eine spürbare Reduktion – bei zehn Prozent ergäbe sich ein Preisnachlass von fünf auf viereinhalb Millionen – in Aussicht? «Diese Grössenordnung müssen wir anstreben», sagt Ernst Tobler. Die Gemeinde stehe auch in Kontakt mit weiteren möglichen Spendern. Noch einige Hunderttausend Franken zu beschaffen, sei «zwar eine schwierige Aufgabe, jedoch ein realistisches Ziel». Für Verhandlungen mit Eigentümerin und Spendern könne ein Ja der Bürger zu 1,9 Mio. Franken Gemeindebeitrag «wertvolle Impulse geben». Nachdem der Landabtausch zur Verhinderung von Bauten im Südteil rechtskräftig war und die Sammlung für den Nordteil des Parks einen sicheren Stand erreichte hatte, setzte der Gemeinderat deshalb die Bürgerversammlung noch dieses Jahr an.

«Einzigartige Parklandschaft»

Denn Finanz- und Wirtschaftskrise bewirken auch bei Spenden Zurückhaltung. «Geldgeber haben noch grösseren Bedarf an Information und hohe rechtliche Ansprüche an die Vereinbarungen», sagt der Gemeindepräsident. «Es bestätigte sich, dass der Beizug einer Fachperson unerlässlich war.» Als Frau vom Fach wirkt Umweltwissenschafterin Claudia Friedl mit, die als Inhaberin des St. Galler Büros «Natume natur umwelt mensch» nachhaltige Umweltprojekte entwickelt. «Ich verstehe sehr gut, dass eine Bewegung für den Erhalt entstanden ist», antwortet sie auf die Frage, wie sie den Warteggpark bewerte. «Er hat grosses Potenzial, ist in seiner Stimmung als grosse Parklandschaft in Verbindung mit dem Schloss fast einzigartig.» Wie die «Freunde des Warteggparks» empfiehlt sie, Wartegg so zu belassen. «Die Bäume als das grosse Kapital gilt es zu bewahren. Die Wiesen können ökologisch noch aufgewertet werden. Der etwas vernachlässigt wirkende Westteil mit dem bisherigen Bauland kann besser gestaltet werden – in der Art wie der bereits geschützte Teil des Parks.» Dafür soll eine Stiftung sorgen. Wenn die Finanzierung zustande kommt, wird sie Eigentümerin dieses Parkteils und zuständig für dessen Pflege. «Auch dafür sind Beiträge und Spenden erhältlich», berichtet Ernst Tobler.

Die Bürger können jetzt beim Kauf mitbestimmen und auch bei der Umteilung in die Grünzone. Ihr Entscheidungsrecht bei Umzonungen, die rechtlich gesicherte öffentliche Zugänglichkeit des Parks und die Stiftung bieten Gewähr, dass bei einem Ja der ganze Park erhalten bleibt.

«Finanziell verkraftbar»

Frühere Projekte für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen im Park scheiterten. Jetzt liegt ein in erster Instanz bewilligtes Projekt für Mietwohnungen vor, und dafür gibt es Nachfrage. Der Kauf des Baulandes ist damit die letzte Chance, den Park als Ganzes zu bewahren. Der Gemeinderat hat den Anteil der Gemeinde so begrenzt, dass er ohne starke Auswirkung auf den Steuerfuss verkraftbar ist. Bei üblicher Abschreibung während zwanzig Jahren ergibt sich eine jährliche Belastung von knapp einem Steuerprozent. Die Gemeinde könnte die 1,9 Mio. – «eine Investition in ein wirklich nachhaltiges Projekt» – aus eigenen Mitteln finanzieren, müsste keinen Kredit aufnehmen, legt der Gemeindepräsident dar.





Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / ipad

iPad und E-Paper

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: