Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 19. November 2008 01:00:34

Die erste Stadt mit einem offiziellen Schatzsucher

Zoom

Vor Jahresfrist wurde der Stadtrat über das Ergebnis der Schatzsuche informiert. Nun bemüht er sich um die nötige Nachhaltigkeit. (Bild: Bild: Rudolf Hirtl)

RORSCHACH. Als vermutlich erste Stadt der Welt schreibt Rorschach die Stelle eines Schatzsuchers aus. Während eines Jahres soll dieser bekannte und mittlerweile vergessene Qualitäten und Schätze suchen und dokumentieren.

rudolf hirtl

Nicht weniger als 169 Schätze wurden am 24. Oktober des Vorjahres von FHS-Studierenden im Rahmen der von Selina Ingold und Mark Riklin initiierten Reihe «Stadt als Bühne» gehoben. Drei Wochen später wurde die beeindruckende Inventarliste dem Stadtrat, begleitet von einer Depesche mit dem sinnigen Namen «Der See ist zum Riechen schön», übergeben und die Aufforderung plaziert, aus Rorschach die erste Stadt der Welt zu machen, die den öffentlichen Dienst um einen Schatzgräber erweitert.

Potenzial erkannt

Heute, ein Jahr später, zieht Mark Riklin vor der Stadtregierung anerkennend den Hut. «Es ist sensationell, dass sich die Stadt für diese Idee begeistern lässt.» Selina Ingold und Mark Riklin sei es mit ihren Aktionen immer wieder gelungen, die schönsten Seiten der Hafenstadt hervorzuheben, sagt Stadtschreiber Bruno Seelos. Der Stadtrat sei insbesondere vom Potenzial der letzten Aktion «Schatz am Bodensee» überzeugt und daher auch daran interessiert, eine entsprechende Nachhaltigkeit zu fördern. Dass es ihm ernst ist, unterstreicht der Stadtrat mit einem Inserat in der heutigen Tagblatt-Ausgabe (Seite 34), mit dem die Stelle eines Schatzsuchers, bzw. einer Schatzsucherin offiziell ausgeschrieben wird. «Ihre Hauptaufgaben umfassen das Aufspüren und Entdecken vergessener, verschütteter oder noch schlummernder Schätze der Stadt Rorschach, deren Recherche, Dokumentation und Öffentlichmachung», heisst es im Stelleninserat.

«Wir suchen eine kommunikative Persönlichkeit, die über einen ausgeprägten Sinn insbesondere für jene Ressourcen und Qualitäten einer Stadt verfügt, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind», ergänzt Seelos. Die Idee sei es nicht, alten Geschichten nachzutrauern, weshalb er sich auch sehr über Bewerbungen junger Personen freuen würde. Stadtrat Paul Müller begrüsst die Initiative. Es sei ein schöner Contrapunkt zu den Nörglern, die die Stadt ständig schlechtreden würden.

Ressourcen neu vermessen

Rorschach sei in einer sichtbaren Aufbruchstimmung, sagt dazu Mark Riklin, weshalb er auch den Vorschlag für den Schatzsucher vor einem Jahr plaziert habe. Dieser müsse auf das Potenzial, das die Hafenstadt in sich trage, aufmerksam machen und die Ressourcen der Stadt neu vermessen. Er wird als Projektverantwortlicher den Schatzsucher während dessen Tätigkeit coachen und unterstützen. Die 10-Prozent-Stelle ist auf ein Jahr befristet.





Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / apps

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: