Tagblatt Online, 02. Februar 2012 07:47:00
Die anständigen Randständigen
Die beiden Rorschacher Reto Kaelli (links) und Reto Lipp werden als «Die (R)an(d)ständigen» an der Cliquenfasnacht mitmischen. (Bild: Lea Müller)
RORSCHACH. Genüsslich liessen sie die Gerüchteküche brodeln. Doch jetzt verrät das Männerduo, wer hinter der Fasnachtsclique Die (R)an(d)ständigen steckt: Die Rorschacher Reto Kaelli und Reto Lipp, die gerne Chefs der Badhütte geworden wären.
LEA MÜLLER
Bei der Wahl des neuen Badhütten-Chefs sind die beiden Bewerber Reto Kaelli und Reto Lipp leer ausgegangen – und haben sich öffentlich über die Kommunikation der städtischen Behörden geärgert (Tagblatt vom 26. November 2011). Jetzt haben die beiden Rorschacher ein anderes Ziel: Als «Die (R)an(d)ständigen» wollen sie an der kommenden Cliquenfasnacht mit träfen Sprüchen mitmischen.
Welt der Randständigen
Die Cliquenfasnacht als willkommene Gelegenheit, um es der Stadt heimzuzahlen? «Ach was», winken Reto Kaelli und Reto Lipp ab. «Wir sind keine schlechten Verlierer und haben keinen Frust, den wir loswerden müssen.» Die Badhütte spiele – wenn überhaupt – nur am Rande eine Rolle in ihrem Programm. Weitere Details wollen sie nicht verraten, nur so viel: «Politiker und andere bekannte Persönlichkeiten der Stadt haben wir nicht im Fokus», sagen die beiden Retos augenzwinkernd. Wie ihr Cliquennamen verrate, würden sie sich viel mehr für die Welt der Randständigen in der Hafenstadt interessieren.
An der Cliquenfasnacht vor einem Jahr beschlossen sie spontan, beim nächsten Mal selber mitzumachen. Die Idee trat im Laufe des Jahres aber wieder in den Hintergrund. «Als wir im Tagblatt lasen, dass die Cliquenfasnacht vor dem Aus stehe, war das eine Motivationsspritze für uns», erzählen die beiden angehenden Schnitzelbänkler. Obwohl beide als Laien auf der Fasnachtsbühne stehen werden, sind sie nicht nervös. «Wir wagen den Sprung ins kalte Wasser», sagen sie lachend. Reto Kaelli und Reto Lipp kennen sich seit 30 Jahren. Ihren Humor beschreiben sie als manchmal tiefschwarz, manchmal zweideutig. «Wir nehmen kein Blatt vor den Mund», sagen sie. Aber persönlich angreifen wollen sie niemanden – sie bleiben anständig.
Zwei Restaurants ausgebucht
Nebst den «(R)an(d)ständigen» werden am 18. Februar ab 19.30 Uhr drei weitere Cliquen von Restaurant zu Restaurant ziehen: Gregor Turnherr alias C. Bleichi, Bruno Zürcher alias Bruno Zürcher sowie Barbara Camenzind und Markus Kluibenschädl als «Piratinnen@Anker». Ihre träfen Sprüche werden von den «Faltäfäger», der «Postgugge» und dem «HGQ Hochgebirgsquintett» kakophonisch umrahmt.
Organisatorin Bea Mauchle freut sich, dass mit dem «Mariaberg» und dem «Rheinfels» bereits zwei Restaurants ausgebucht seien. Im «Englers am See» und im Café Schnell seien noch wenige Plätze vorhanden. Reservationen nehmen nach wie vor auch die Restaurants Stadthof, Telefon 071 841 10 90, und Schweizerhof, Telefon 071 841 45 55, entgegen.
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