Tagblatt Online, 22. September 2011 01:07:18
Die Zivilschützer für alle
Auf dem Bützel säuberten Pioniere die Panzersperren. (Bild: Samuel Tanner)
Bäume fällen, entasten, Brücken bauen, Notfallpläne aktualisieren: Diese Woche führt die Zivilschutzregion St. Margrethen-Rheineck-Thal ihren Wiederholungskurs durch.
Samuel Tanner
Rheineck. Es ist ein warmer, sonniger Nachmittag in Rheineck. Vor dem Feuerwehrdepot stehen Herren in Olivgrün-Orange. Drinnen, im KP, dem Kommandoraum der ortsansässigen Feuerwehr, sitzen die Chefs. Walter Grubenmann, Major/Kommandant, und Michael Fitzi, Hauptmann/Kommandant Stv. So steht es schwarz auf orange auf ihrer Namenstafel.
«Einen klaren Auftrag»
Die beiden sagen: «Wir geben uns Mühe, dass wir unseren Männern sinnvolle Aufgaben erteilen. Es gibt immer einen klaren Auftrag.» Und: «Wir wollen etwas für die Gemeinschaft machen.» Mit dem Bus einer Autovermietung fährt die Gruppe auf den Bützel. Der Kommandant erzählt alte Geschichten aus dem Militär. Im steilen Gelände arbeiten da die Pioniere. Sie säubern das Gebiet um die Panzersperren. Fällen Bäume, entasten sie und trennen die grösseren Äste von den kleinen, die nachher gehäckselt werden. Hier wird kaum geredet, die pralle Sonne, der steile Hang – man ist mit sich selbst beschäftigt. Wieder im Bus, erzählen Grubenmann und Fitzi, in der KW38, ihrer Woche, habe es in den letzten fünfzehn Jahren kaum geregnet. Auf der nächsten Baustelle, der Finnenbahn beim Sportplatz Bützel, knattert ein Stromgenerator. Es wird geschaufelt und geschraubt. Gerade eben befinden sich die Zivilschützer in der Endphase bei der Sanierung von zwei Brücken. «Die Holzverstrebungen waren morsch, bis wir sie erneuerten», sagt Grubenmann. So was meint er, wenn er von gemeinnütziger Arbeit spricht. «Die Finnenbahn wird stark benutzt», sagt Michael Fitzi. Er muss es wissen, wohnt er doch in der Gemeinde.
Die Betreuer helfen heute der St. Margrether Schule beim Sporttag. Stoppen, messen, rechnen. An diesem Nachmittag schauen sie aber gerade fern. «Stabilisieren Sie den Kopf des Verletzten», tönt es aus den Lautsprechern. Die Zivilschützer absolvieren den Samariter-Auffrischungskurs.
Ein Labyrinth im Keller
Dann geht die Reise weiter durch ein Labyrinth an Gängen, Türen und Büros in den Luftschutzkeller, der Zentrale der Stabsassistenten. Hier werden Karten aufgefrischt, Schreiber ersetzt oder die Notfallplanung auf Vordermann aktualisiert. «Kleine Dinge, die aber im Notfall wichtig sind», sagt Walter Grubenmann, der Kommandant.
Den letzten Notfall gab es 2003. Ein Hochwasser. An der Tagesordnung sind andere Anlässe: Im Dezember helfen die Zivis dem St. Margrether Chüngelizüchter-Verein bei der Ausstellung. Weiter stehen sie bei Gemeindeanlässen oder Sportveranstaltungen im Einsatz. «Wir helfen Vereinen, die Mühe bei der Rekrutierung von Helfern haben», sagt Grubenmann. «Gemeinnütziges eben.»
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