Tagblatt Online, 23. Februar 2010 01:04:50
Die Koffer stehen bereit
Curlerin Claudia Hüttenmoser hat die Koffer gepackt. Mit ihrem Team vertritt sie die Schweiz an den Paralympics 2010 in Vancouver. (Bild: Bild: Lea Müller)
GOLDACH. Am 7. März fliegt Claudia Hüttenmoser nach Kanada an die Paralympics 2010. Die Rollstuhlcurlerin und ihr Team fühlen sich topfit und bereit für den Kampf um die Goldmedaille.
Lea Müller
Rot, weiss und braun: In diesen Farben gekleidet wollen die Schweizer Rollstuhlcurler an den Paralympics in Vancouver Gold holen. Claudia Hüttenmoser hat am Samstag das offizielle Tenue und die Ausrüstung für die Paralympics erhalten. Der Flug ist gebucht, die Koffer stehen bereit, und das letzte Trainingswochenende ist vorbei – in etwas mehr als zwei Wochen gehen die Wettkämpfe in Vancouver los.
Favoriten zweifach besiegt
«Wenn ich an die Paralympics denke, klopft mein Herz lauter», sagt die 42jährige Sportlerin. Seit August trainiert sie mit dem Berner Nationalteam für die Spiele in Vancouver. Besonders im November und Dezember sei das Training sehr intensiv gewesen, erzählt Claudia Hüttenmoser. Fast jedes zweites Wochenende stand ein Turnier auf dem Programm.
Dank der vielen Turniere sind die Schweizer Rollstuhlcurler nicht nur gut vorbereitet, sondern wissen auch, dass sie gegen das Favoritenteam Kanada gute Chancen haben. In Schottland und Tschechien siegte das Schweizer Team schon zweimal gegen die Kanadier. «Wir wissen, dass wir gewinnen können, und sind sehr optimistisch», sagt Claudia Hüttenmoser. Von den insgesamt 10 teilnehmenden Mannschaften im Rollstuhlcurling kennt sie nur die Teams aus Japan und Korea nicht.
Beim Curling sei hohe Konzentration gefordert, sagt Claudia Hüttenmoser. Deshalb sei Mentaltraining eine wichtige Vorbereitung. «Vor einem Spiel pflegen wir verschiedene Rituale, die uns die Nervosität nehmen», erzählt sie. Für sich persönlich nehme sie verschiedene Glücksbringer und Maskottchen mit nach Kanada.
Die Familie fliegt mit
Nach Vancouver fliegt Claudia Hüttenmoser nicht zum ersten Mal. Vor ein paar Jahren habe sie dort eine Freundin besucht, erzählt die Goldacherin.
Sie habe die Baustelle gesehen, wo heute das olympische Dorf steht. «Wenn ich da gewusst hätte, dass ich während den Paralympics dort wohnen werde, hätte ich es kaum geglaubt», sagt die Rollstuhlcurlerin und strahlt: Es ist ein einmaliges Erlebnis.» Auch die Familie von Claudia Hüttenmoser möchte sich kein Spiel entgehen lassen: Ehemann, Kinder, Eltern, Göttibub – sie alle wollen bei den Wettkämpfen live dabei sein und fliegen deshalb für eine Woche nach Vancouver.
An den Tagen vor dem Abflug will sich Claudia Hüttenmoser Ruhe gönnen. «Ich fühle mich körperlich und mental bereit», sagt sie. Vor Ort beginnt dann das intensive Training. Das Team müsse sich mit dem Eis und den Steinen vertraut machen. «Die eigenen acht Steine können wir nicht mitnehmen», sagt Claudia Hüttenmoser schmunzelnd. «Einer allein ist schon 20 Kilogramm schwer.» Beim Rückflug hätte sie allerdings noch ein kleines Plätzchen frei im Gepäck – vielleicht für die Goldmedaille?
- Artikel empfehlen:










Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben