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Tagblatt Online, 28. Dezember 2009 01:04:00

Die Erwartungen wurden nicht erfüllt

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Weihnachtsfeier fern der Heimat; Asylsuchende in der Zivilschutzanlage. (Bild: Bild: pd)

Solidaritätsnetz Ostschweiz wollte mit einer Weihnachtsfeier mit Asylanten in der Zivilschutzanlage Rorschach auf die Situation der von einem Nichteintretensentscheid Betroffenen hinweisen. Der Anlass schlug keine grossen Wellen.

PETER BEERLI

Rorschach. Die Zivilschutzanlage war weihnachtlich geschmückt. Hier verbrachten 45 abgewiesene Asylsuchende, Leute aus der Nachbarschaft und vom Solidaritätsnetz Ostschweiz den Heiligen Abend. Vier von einem Nichteintretensentscheid (NEE) betroffene Asylanten überstehen hier seit langem unter einfachsten Verhältnissen ihre Nächte. Sie hätten längst ausreisen müssen, fürchten aber in der Heimat um Leben und Gesundheit.

Dort, wo sie sonst leben

Einer von ihnen hatte beim Mittagstisch des Solidaritätsnetzes in St. Gallen die Idee eingebracht, Weihnachten gemeinsam in Rorschach zu feiern. Der Gedanke wurde aufgenommen. Stadt und Zivilschutz-Stelle stimmten zu. Die sonst verschlossene Küche wurde geöffnet, der Aufenthaltsraum geschmückt, besser geheizt. Trotz dieser Vergünstigungen verstand man Koordinator Arne Engeli.

Er fühlte sich an die Situation im Stall von Bethlehem erinnert, weil hartherzige Bedingungen Menschen an den Rand der Stadt verdrängen. Man feierte trotzdem, fand den Religionen übergreifenden Stil allerdings nicht. Ein aus Angola stammender Pfarrer rief dazu auf, die verheissene Wiederkunft Jesu nicht zu verpassen und sich ganz dem Kind in der Krippe zu schenken. Den von allen Religionen ersehnten Frieden mahnte eine in der Türkei geborene Schweizerin an. Das gemeinsam vorbereitete Essen schmeckte auch jenen, welche erst aufs Essen hin erschienen waren.

Afrikanisch musiziert

Ein afrikanischer Marimba-Spieler und ein Trommler sorgten für eine fröhliche Stimmung. Man blieb über Mitternacht hinaus in der zügigen Anlage, um sich dort am Weihnachtstag noch einmal zum Nachtessen zu treffen. Hatte sich das Solidaritätsnetz Ostschweiz erhofft, auf die Situation der NEE-Asylanten hinzuweisen, erfüllte sich die Erwartung kaum. Sie war den wenigen zusätzlich erschienenen Gästen bekannt.





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