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Tagblatt Online, 12. Oktober 2011 01:04:38

Den Blick auf das Ganze werfen

Die CVP Ortspartei äussert sich in ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Goldacher Richtplanes. Sie fordert darin eine gesamtheitliche Betrachtung und die Abkehr von Einzelaktionen.

GOLDACH. In ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Goldacher Richtplans fordert die CVP Goldach den Gemeinderat auf, Akzente zu setzen bei der Zentrums- und der Seeuferplanung. Die CVP lobt die Einbettung des Goldacher Richtplans in eine regionale Gesamtsicht. Eine isolierte Betrachtung des Gemeindegebietes würde zu kurz greifen. Bei der Verkehrsplanung dürfen darum in keiner Regionsgemeinde mehr unkoordinierte Einzelaktionen zugelassen werden.

Nachfolgend die Stellungnahme im Wortlaut: «Die CVP Goldach ist mit dem Entwurf zum Richtplan zu grossen Teilen einverstanden. Der Einbezug der Bevölkerung in den Planungsprozess ist sehr gut gewährleistet gewesen: durch das Forum «Zukunft Goldach», den Dorf-Apéro und die umfassende Dokumentation im Internet und in den Projektzeitungen.

Bewirtschaftung prüfen

Die definierten zentrumsnahen Entwicklungsgebiete Grünhof, Sulzstrasse und Froheim sind richtig. Sie ermöglichen der Gemeinde Goldach ein moderates Wachstum und eine Siedlungsverdichtung an gut erschlossenen Standorten. Ebenfalls richtig ist die Sicherstellung der Erweiterungsmöglichkeit für die Frisco-Findus.

Die Zentrumsüberbauung Schäfli soll wie geplant vorangetrieben werden. Im Gegensatz zum vorliegenden Entwurf des Gemeinderates ist die CVP jedoch der Meinung, dass eine Parkplatzbewirtschaftung im Zentrum vor (und nicht nach) einer Zentrumsüberbauung zu prüfen ist. Wenn diese Frage nicht geklärt ist, riskiert der Gemeinderat, dass die Abstimmung über die Parkgarage implizit zu einer Abstimmung über die Frage der Parkplatzbewirtschaftung wird. Bei der weiteren Planung eines Gemeindesaals muss auch die regionale Sicht einbezogen werden.

Am Seeufer bestehen sehr grosse Gestaltungsmöglichkeiten, die zur weiteren Attraktivitätssteigerung der Gemeinde genutzt werden sollen. Der Gemeinderat ist eingeladen, sich bei der regionalen Seeufergestaltung entsprechend einzubringen.

Autobahnanschluss hat Priorität

Es ist richtig, dass der Richtplan zum jetzigen Zeitpunkt sämtliche aktuell diskutierten Varianten für die künftige Erschliessung der Gemeinde für den motorisierten Individualverkehr noch offen hält. Für die CVP hat der Autobahnanschluss Priorität – die anderen Massnahmen für den motorisierten Verkehr sind darauf auszurichten. Die Arealentwicklung Seestrasse (Rietli) muss noch mit der laufenden regionalen Seeufer-Gestaltungsplanung abgestimmt werden. In einem regionalen Parkplatzkonzept könnte dieser Standort unter anderem als Parkareal für Freizeitverkehr an den See dienen, anstatt den Verkehr durch das Dorf und weiter ins Zentrum von Rorschach zu leiten.

Als Familienpartei begrüsst die CVP den geplanten Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Netzes für den Langsamverkehr.

Raumplanung kann in einer Agglomeration nur regional erfolgen – auch wenn für die Ortsplanung die Gemeinde zuständig ist. Der Gemeinderat hat durch Arbeit im Hintergrund sichergestellt, dass der vorliegende Richtplan mit demjenigen von Rorschach und Rorschacherberg abgestimmt ist. Über diese Notwendigkeit und die Planungen der Nachbargemeinden ist indes kaum informiert worden.

Die CVP fordert den Rat auf, auch der Bevölkerung Einblick in den «Gesamtrichtplan Stadt am See» zu geben – etwa an einem gemeinsamen Anlass mit den anderen Zentrumsgemeinden. So kann die Bevölkerung die gegenseitigen Abhängigkeiten erkennen. Nebst grundsätzlichen Überlegungen ist auch die aktuelle Debatte um eine Realisierung eines barrierefreien Bahnübergangs Grund für diese Forderung der CVP. Mit einer Betrachtung auf regionaler Ebene kann aufgezeigt werden, dass nur eine abgestimmte regionale Gesamtlösung den von einer und für eine Mehrheit erhofften Befreiungsschlag beim Verkehr erwirken kann.» (cvp/rtl)





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