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Tagblatt Online, 09. Mai 2009 01:04:29

Aufbruchstimmung im Quartier

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Ideen für mehr Wohnqualität: Einwohnerinnen und Einwohner notieren ihre Vorschläge zur Aufwertung des Stadtquartiers. (Bild: Bild: Lea Müller)

Das «Projet urbain» zur Aufwertung der Wohn- und Lebensqualität in einem Rorschacher Stadtquartier geht in die nächste Runde: Die Quartierbevölkerung beteiligt sich nun aktiv am Projekt und bildet Arbeitsgruppen.

Lea Müller

RORSCHACH. Rund 80 Einwohnerinnen und Einwohner, Liegenschaftsbesitzer und Interessierte folgten der Einladung des Stadtrats und nahmen an der Startveranstaltung des «Projet urbain» teil. Im Rorschacher Centro sociale italiano diskutierten sie, wie das Stadtquartier zwischen Eisenbahnlinie, BZR, Kirchstrasse und Kamorstrasse aufgewertet werden kann. «Wir wollen wieder 10 000 Einwohner in der Stadt Rorschach», sagte Stadtpräsident Thomas Müller bei der Begrüssung. Die Aufwertung der bestehenden Quartiere sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Parkplätze versus Grünflächen

Nach der einjährigen Vorbereitungsphase durch die Projektleitung bleiben nun noch drei Jahre Zeit – so lange wird das Pilotprojekt von Kanton und Bund unterstützt. In Rorschach soll sich viel verändern: Jetzt sind die Ideen und die aktive Mitarbeit der Quartierbevölkerung gefragt.

Die Teilnehmenden zögerten denn auch nicht, ihre Vorschläge anzubringen. Nachdem sie unter der Leitung der Fachhochschule St.

Gallen, Institut für soziale Arbeit, über die Ziele und Absichten des Projekts informiert wurden, entstanden rege Diskussionen. Zu den Themenbereichen Verkehr und Strasse, Einrichtungen und Infrastruktur, Zusammenleben und Haus und Garten sammelten sie anschliessend ihre Ideen.

Auf grosse Tafeln notierten sie die Stichworte. «Höher bauen in Rorschach», «Bessere Abluftfilter für Restaurants» oder «Sichere Veloabstellplätze» war da zu lesen. Verkehrsbeschränkungen und Lärmschutz waren die Top-Themen des Abends.

Mehrfach wurde der Wunsch nach mehr Parkplätzen geäussert – demgegenüber stand der Antrag für mehr Grünflächen und Kinderspielplätze. Einige Ideen waren konkrete Vorschläge für eine Aktion, wie etwa ein Wettbewerb für den schönsten Garten oder ein jährliches Quartierfest. Auch Begegnungsmöglichkeiten im Quartier kamen zur Sprache: «Ausländer und Schweizer sollen brüderlich zusammenleben», war ein Wunsch.

Man spürte, dass das Quartier allen Beteiligten ein grosses Anliegen ist und dass eine Aufbruchstimmung aufkommt. Etwa zwei Dutzend Personen – darunter Männer, Frauen, Ausländer und Schweizer – meldeten sich definitiv bereit, in einer der Arbeitsgruppen mitzuwirken. Dann wird sich zeigen, welche Ideen Potenzial haben und in Angriff genommen werden können.

«Richtige Impulse»

Florian Kessler, Projektleiter und Leiter Bereich Bau- und Stadtentwicklung, freut sich über den erfolgreichen Projektstart: «Wir haben nicht erwartet, dass das Interesse so gross ist.» Er sei zuversichtlich, dass die richtigen Impulse für die Quartierentwicklung gegeben wurden, und hoffe, dass noch mehr Personen ihre Ideen beisteuern möchten. Am 18. Mai, von 19. 30 bis 21 Uhr, findet das nächste Treffen statt: Im Restaurant Alla Casalinga in der Reitbahnstrasse 21 werden dann die Arbeitsgruppen gebildet.





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