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Tagblatt Online
11. Februar 2016, 06:48 Uhr

Auf Einbrecher wird geschossen

Er werde rücksichtslos von seiner Schusswaffe Gebrauch machen, droht der Besitzer der BP-Tankstelle im Buriet potenziellen Einbrechern mittels eines Plakates. Das sei die einzig effektive Methode, ist Marcel Zürcher überzeugt.

JOYE GEISSELHARDT

THAL. An der BP-Tankstelle im Buriet hängt ein Plakat, das Einbrechern mit Waffengewalt droht. Die Kundschaft zeigt sich von der unverblümten Aussage irritiert. Der Besitzer hat nach wiederholten Einbrüchen und Überfällen nach einer effektiven Lösung zur Abschreckung gesucht. Die Idee zum Plakat sei ihm plötzlich gekommen, sagt Marcel Zürcher, der die Tankstelle schon seit 1959 führt.

Das Plakat an der Tankstellentür. Zoom
Das Plakat an der Tankstellentür.

Positive Rückmeldungen

Im Sommer 2015 wurde gleich zwei Mal innerhalb von drei Monaten eingebrochen. Davor sei 20 Jahre lang nichts in dieser Art vorgefallen, erzählt der Besitzer weiter. Das nun so kurz aufeinander mehrere Einbrüche stattgefunden haben, sei beunruhigend. Er habe sich gezwungen gefühlt, zu handeln. «Man muss sich ja irgendwie wehren können», sagt er. Seit das Plakat an der Türe hängt, habe er Ruhe gehabt. Marcel Zürcher glaubt fest an die Wirkung seiner Einschüchterung. «Auch von meinen Kunden, von denen viele langjährige Stammkunden sind, bekomme ich nur positive Rückmeldungen. Die Leute finden es gut, dass sich endlich jemand wehrt.» Er habe wirklich eine Waffe und wisse, wie diese zu gebrauchen sei, sagt Marcel Zürcher weiter. Auch den erforderlichen Waffentragschein besitze er. Wirklich einsetzen würde er die Waffe natürlich nur, wenn sein Leben in Gefahr wäre. Er fühle sich nicht direkt bedroht und habe auch keine Angst. Trotzdem habe er keine andere Möglichkeit gesehen, sich gegen mutmassliche Einbrecher zu wehren. Das Plakat ist aber nicht die einzige Massnahme. Marcel Zürcher hat zusätzlich eine Vergitterung an den Fenstern anbringen und eine Alarmanlage einbauen lassen.

Strafrechtlich keine Relevanz

Bevor er das Plakat angebracht hat, hat sich Marcel Zürcher nicht erkundigt, ob eine solche Äusserung strafrechtliche Folgen haben könnte. Auf Anfrage teilte die Staatsanwaltschaft St. Gallen mit, es gebe in dieser Hinsicht aber keine Bedenken. Damit eine Drohung strafrechtlich verfolgt wird, muss sie explizit gegen eine bestimmte Person ausgesprochen werden, was hier nicht der Fall sei. Die Aussage auf dem Plakat von Marcel Zürcher sei vergleichbar mit der «Warnung vor dem bissigen Hunde», die an vielen Haustüren zu sehen ist. Das Plakat wird also bis auf weiteres an der Tankstelle hängen bleiben, um mutmassliche Einbrecher abzuschrecken.



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bolae (11. Februar 2016, 13:24)
Bargeldlos

Mit seinem lediglich in Deutsch abgefassten Plakat, wird der gute Herr Zürcher bei den einschlägigen "Touristen" wohl kaum die erhoffte Abschreckung erzielen.

Zielführender wäre, jetzt schon auf den bargeldlosen Zahlungsverkehr umzustellen (kommt ja eh in ein paar Jahren). Für alle Beträge über zB Fr. 10.-- nur noch eine Bezahlung mit Karte akzeptieren. Dies würde den Anreiz für einen Überfall erheblich reduzieren (nicht viel zu holen) und helfen den Schaden zu begrenzen.

Mit einem Plakat mit international verständlichen Piktogrammen könnte man Klarheit schaffen:
- Münzen und Banknoten darstellen und durchkreuzen (bzw Daumen nach unten)
- Kreditkarten abbilden und OK-Zeichen (bzw Daumen nach oben)

Selbstjustiz ist definitiv der falsche Weg.

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Exilschweizer (11. Februar 2016, 09:23)
grosse Zahl von Einbruechen

Marcel Zuercher hat Recht,So viel Einbrueche und Ueberfaelle,wie gegenwaertig,hat es in der einst friedlichen Schweiz,noch NIE gegeben.Frueher,hat er ja diese Warnung auch nicht herausgegeben,also hat er schon bessere Zeiten,in Sachen Kriminalitaet erlebt.Und MitdenkerSG,es steht JA geschrieben,das er einen Waffenschein besitzt und damit umgehen kann.Ich leses jeden Tag das Tagblatt und was allein in der Ostschweiz geschieht,ist ja verheerend.Wie sieht es da wohl gesamt Schweizerisch aus.Es wird allerhoechste Zeit,das die Schweiz seine eigenen Grenzen schuetzt,wie es Frueher einmal war.M.Zuercher wird nicht der Letzte und Einzige sein,der nun solche Massnahmen ergreift.Schade,Schade,wo sind nur die ruhigen,friedlichen Zeiten in der Schweiz geblieben????Und kommen sie jemals wieder.Fuer unsere Nachkommen,kann man sich das nur wuenschen.

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MitdenkerSG (11. Februar 2016, 08:32)
Viel mehr...

Als die strafrechtliche Aussage der Tafeln interessiert mich schon ob der Voralpenrambo den Waffentragschein und/oder Waffenbesitzschein behalten darf.
Wenn er sich unbedingt mit Einbrechern messen will (die vielleicht schneller sind besser bewaffnet usw.) so ist das noch die eine Sache, wenn er aber dann plötzlich hinter dem Haus ahnungslose Knutschpärchen erschiesst, dann werden sich ganz andere Fragen stellen.
Waffenkaufen und bedienen das kann jeder "Löli" wir leben hier aber nicht in einer Bananenrepublik sondern einem Rechtsstaat. Die Meldungen nach Bewaffnung der Bevölkerung und solche Meldungen beunruhigen mich viel mehr als der eine oder Andere Einbruch.
Morgen werden dann Leute vom Mob an den nächsten Baum gehängt.
Wird das Rheintal nun zum "wilden Osten"?
Mir genügen schon die mehr als Dubiosen "Sicherheitsdienst Rambo in ihren Springestiefelchen".
Leute, tankt woanders es besteht massive Explosionsgefahr mit Schusswaffen!

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