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Tagblatt Online, 02. Juli 2009 01:05:13

40 000 Medien neu an einem Ort

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Aufwendige Arbeit: August Scherer-Hug (stehend) und sein Team überprüfen jedes Buch und geben ihm eine neue Signatur. (Bild: Bild: Andrea Sterchi)

Die Pädagogische Hochschule des Kantons St. Gallen richtet im Stella Maris ein Medienzentrum für Studierende, Dozierende und externe Nutzer ein. Dafür zieht die Mediathek Mariaberg um, und die Medienwerkstatt wird ausgebaut.

andrea Sterchi

RORSCHACH. Sowohl auf Mariaberg als auch im Stella Maris unterhält der medienverbund.phsg eine Mediathek. Jede hat ihren Schwerpunkt: Im ehemaligen Kloster stehen die Forschungs- und wissenschaftliche Literatur, im ehemaligen Töchter-Institut Lehrmittel für alle Stufen. Jetzt werden die beiden Mediatheken im Stella Maris zusammengelegt, mit der Medienwerkstatt bilden sie neu ein vielseitiges Medienzentrum.

Mehr Raum, gutes Ambiente

Eingerichtet wird es im Nordtrakt des Stella Maris. Der Raum der Mediathek wird weiter genutzt, hier werden aber künftig jene Medien aus Mariaberg stehen. Durch eine Tür gelangt man in den Durchgang zum Regionalen Didaktischen Zentrum, er bietet Raum für Arbeitsplätze. Die Treppe führt hinunter direkt in die neue Medienwerkstatt.

Sie soll so eingerichtet werden, dass ein Arbeiten in Lerngruppen möglich ist, was derzeit nicht geht, da die Medienwerkstatt im Computer-Lehrraum integriert ist. «Wir sind dort sehr eingeschränkt, die Lernumgebung ist gar nicht anmächelig», sagt August Scherer-Hug, Leiter des medienverbund.phsg. Er hofft, dass die neue Medienwerkstatt mehr Personen anspricht. «Wir wollen ein Werkstatt-Ambiente schaffen, die Leute sollen sehen, wie gearbeitet wird.»

Ein Standort als Vorteil

Die Medienwerkstatt selbst ist die Verbindung zum zweiten Teil der Mediathek. Der angrenzende grosse Raum, heute für Prüfungen genutzt, beherbergt künftig jene Medien, die jetzt in der Mediathek Stella Maris stehen. Für August Scherer-Hug bringt die Zusammenlegung einen klaren Vorteil. «Der gesamte Medienbestand der PHSG in Rorschach ist an einem Standort vereint», sagt er. Das sind 40 000 Medien.

Vom neuen Medienzentrum verspricht er sich zudem, dass die Nutzung der Mediatheken und der Medienwerkstatt steigt. Seit gut fünf Jahren nimmt die Zahl der Ausleihungen kontinuierlich zu. Pro Jahr etwa um 15 Prozent, 2008 waren es 115 000 Ausleihungen im gesamten Medienverbund.

Zuerst müssen nun die rund 20 000 Medien aus dem Mariaberg gezügelt werden. Die Bücher in Kisten packen und sie im Stella Maris wieder auspacken – so einfach ist das nicht. «Der Bestand kann nicht eins zu eins übernommen werden.

Jedes Buch erhält einen neuen Platz, das müssen wir genau planen», sagt August Scherer-Hug. Sie müssten bestimmen, wie viel Platz sie für jeden Bereich benötigten. Gerechnet wird nach Laufmeter und der Anzahl der benötigten Tablare, rund 900 werden es sein. Am aufwendigsten aber ist die Neusignierung. August Scherer-Hug und sein Team müssen jedes Buch, jede CD oder DVD in die Hand nehmen und eine neue Signatur anbringen. Dazu rufen sie sie mit dem Strichcode im Computer auf, überprüfen die Angaben, ordnen sie einer Thematik zu, vergeben einen neuen Standort, passen die Signatur an, lösen einen neuen Strichcode und kleben beide auf. «Es ist entscheidend zu wissen, wohin jedes Buch kommt», erklärt Scherer-Hug.

Eine Herausforderung war für ihn auch «der Umgang mit dem bibliothekarischen Erbe». «Mein Bibliothekarenherz bedauert es, dass die Bibliothek aus dem Kloster verschwindet. » Die Entscheidung sei nicht leichtgefallen. Immerhin wurde die Bibliothek 1864 eröffnet.





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