Seife und Zahnbürste als Geschenk

REGION RORSCHACH ⋅ Sie sind verteilt: die 2600 Weihnachtspakete aus der Region Rorschach für Kinder in Rumänien und der Ukraine. «Hoffnung für Kinder in Not» hilft dort und in weiteren Ländern auch mit Material und Geld.
22. Dezember 2017, 06:40
Fritz Bichsel

Fritz Bichsel

redaktionot@tagblatt.ch

Tagesstätten ohne Essen. Kinderheime ohne Betten. Spitäler ohne Operationsmaterial. Schulzimmer ohne Möbel. Das gibt es unweit von uns, im Osten Europas. Besonders Arbeitslosigkeit treibt Menschen in Armut. In dieser zerrütten Familien. Kindern fehlt dann Betreuung und das Nötigste zum Leben. Hier hilft das von der Rorschacherbergerin Astrid Eisenring gegründete und geleitete Werk «Hoffnung für Kinder in Not», hauptsächlich in Rumänien und der Ukraine. Die Bevölkerung und Firmen in der weiten Region unterstützen es mit Gütern und Geldspenden. Freiwillige sortieren, verpacken und verladen ehrenamtlich. Gleich ist in den Zielländern dafür gesorgt, dass die Hilfe wirklich Bedürftige erreicht. Das überprüft Astrid Eisenring auch persönlich.

Dieses Jahr konnten beim Lagerhaus östlich des Strandbads Rorschach 22 Lastwagen gefüllt werden. Acht weitere steuerte das Partnerwerk «Helfen Sie helfen» in anderen Teilen der Schweiz bei. So wurde der Rekord von 30 Lieferungen aus dem Vorjahr wieder erreicht. Und es kam noch eine besondere hinzu: Nonnen unterstützen ein Spital in Albanien. Damit ein Lastwagen voll wird, dürfen ihre Helfer aus dem Lager von «Hoffnung für Kinder in Not» zuladen. «Es fehlt an gar allem», berichten sie. Dankbar wählen sie Dringendstes, von Matratzen über Operationsmaterial bis zu Rollstühlen.

Weihnachtsgeschenke und langfristige Investitionen

Zu Weihnachten beschenkt das Werk arme Kinder mit Esswaren, Hygieneartikeln, Kleidern und Schulmaterial, aber auch mit Süssem und Spielsachen. Esswaren kauft es auch in den Zielländern. Zu den 2600 Paketen für Kinder kommen so zu Weihnachten etwa 400 und im ganzen Jahr über 3000 Lebensmittelpakete für arme alte Leute hinzu und weitere für Mütter von Neugeborenen.

Helferinnen und Helfer in Rumänien und der Ukraine berichten, dass alles angekommen ist, rechtzeitig verteilt werden konnte und «riesige Freude auslöste». Dafür mussten auch bürokratische Hindernisse überwunden werden. Das anerkannte Hilfswerk ist von Zollgebühren befreit. Das gilt allerdings nur für Hilfsgüter auf einer Liste. Auf dieser stehen zum Beispiel Esswaren – nicht aber Geschirr und Besteck oder Genussmittel wie Kaffee. So muss das Werk die Hilfslieferungen minutiös planen und durch Zukäufe in Rumänien und der Ukraine ergänzen, damit möglichst geringe Zusatzkosten entstehen. Hohe Geldspenden benötigt es für die Transporte - dieses Jahr gut 70000 Franken, wie Astrid Eisenring berichtet. Und es investiert in Anlagen, welche die Situation nachhaltig verbessern. Dieses Jahr finanzierte es zum Beispiel mit 12000 Euro eine Maschine zur Produktion von Pellets aus Stroh. Der Verein «Hl. Elisabeth» kann damit auf seinem mit Kinderheimen verbundenen Bauernhof für die Heime Heizmaterial selber produzieren und zusätzliche Einnahmen erwirtschaften. 10000 Euro flossen, als anderes Beispiel, in die Renovation eines Hauses für neue Nutzung als Kindertagesstätte, nachdem die Gemeinde keine Räume mehr zur Verfügung stellt. Spenden ermöglichen auch, dass Kinder in solchen Tagesstätten täglich wenigstens eine Mahlzeit erhalten.

«Hoffnung für Kinder in Not» unterstützt auch Werke von Missionaren in weiteren Ländern, zum Beispiel von Benediktinerinnen in Brasilien. 2017 kam dort Hilfe hinzu für die Tagesstätte «Haus Maria Theresia» von Dominikaner Schwestern für 140 Kinder und Jugendliche. In Nigeria ermöglichten Spenden einem Kind eine aufwendige Operation.

Von überall übermitteln Beteiligte Zeichen tiefer Dankbarkeit der unterstützten Menschen. Diese gibt Astrid Eisenring mit Freude weiter an die Spenderinnen und Spender in der Schweiz.

www.osteuropa-hilfe.ch


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